10/04/2012

[AutorenTalk] #6 - Today let’s talk about …



 … the worst case scenario!
(Was ihr wieder denkt!)

Mr. Seeeeeeeexy *ruf* … der Sekt, bitte!

Da ich selber nicht schreibe kann ich nur Vermutungen anstellen wie man sich dabei fühlt eine neue Geschichte zu entwickeln. Was mich aber einmal brennend interessieren würde ist, was ihr denn machst, wenn ihr absolut nicht weiter kommt? Was inspiriert euch und löst mögliche Schreibblockaden? (Nicht, dass ich hier irgendwem eine Schreibblockade wünsche! *Augen geschockt aufreiß*)

C. M. Singer:
Pssssst! Das Böse S-Wort in den Mund zu nehmen bringt doch Unglück!!!

*Mund zukleb*

Was mir normalerweise ganz gut hilft, wenn es mal nicht so fluppt, ist Bewegung an der frischen Luft und Musik hören. Der richtige Song zur rechten Zeit kann wunderbar inspirierend wirken. Und wenn mal wirklich gar nichts mehr gehen sollte und ich vor einer mentalen Wand stehe, dann hilft nichts, außer sich komplett anderen Dingen zuwenden und geduldig darauf zu warten, bis die Muse mit neuem Elan aus ihrem Spa-Wochenende zurück ist.

Jennifer Benkau:
Bis vor kurzem habe ich ja immer getönt, Schreibblockaden gäbe es nicht – es gäbe nur faule Autoren. Und wen hat’s dann erwischt. Nja, okay, gib doch den Sekt her. Nein, Alkohol ist keine Lösung. Milch aber auch nicht. 

Jane Christo:
Wenn „nichts kommt“, dann liegt das daran, dass ich mir die entsprechende Szene nicht vorstellen kann. Kann ich sie mir nicht vorstellen, stimmt etwas nicht, also muss ich noch mal ins Konzept und nachsehen, wo es hakt. Sobald ich den Stein aus dem Getriebe gepult habe, läuft es auch wieder.

Britta Strauß:
Ich habe selten Schreibblockaden. Wenn doch mal eine kommt, nehme ich eine Buddel voll Rum, versetze mich in mein früheres Leben als Pirat zurück, brülle herum, fuchtel mit dem Schwert und kapere ein Schiff. Das hilft.

Stephanie Madea:
Eine Schreibblockade kenne ich nicht. Was immer mal wieder vorkommt, sind Szenen oder ganze Kapitel, in denen irgendetwas nicht stimmt, was mich zögern lässt, im Schreibfluss stört oder während der Zeit ich mich gern durchs Internet, Musik, von Freunden, dem Hausputz … einfach von allem gern ablenken lasse. So etwas hat bei mir einen Grund, meist einen Gedankenfehler in der Geschichte. Dann gehe ich meine Unterlagen erneut durch oder lasse meine Geschichte in Gedanken vor und zurücklaufen. Ich träume sie wie man einen Film nochmals sieht und oft sind es die Charaktere, die mir auf irgendeine Art mitteilen, wo der Knackpunkt liegt. Dann wird die Story dementsprechend überarbeitet, die Szenen umgeschrieben und beim Weiterschreiben spüre ich dann, ob meine „Handbremse“ noch angezogen ist oder eben auch nicht.

Petra Röder:
Wenn ich merke, dass ich mich zwingen muss und minutenlang an irgendwelchen Formulierungen feile, lasse ich es bleiben und schalte für ein paar Tage ab. Meist nehme ich mir dann meinen MP3 Player, lege mich ins Bett und lasse die Story in meinem Kopf abspielen, so als handle es sich um einen Kinofilm. Anschließend klappt es auch wieder mit den Schreiben :-)

Woumwoumwoum woumwoum woumououoummmm wouhhhhhmou!

An dieser Stelle wird der Moderatorin bewusst, dass sie für gutes Geld wirklich verdammt gutes Klebeband gekauft hatte. Tja.

Wouhmm!

10/03/2012

[AutorenTalk] #5 - Top? Oder ein Griff in die Porzelanschüssel?


Neuer Tag, neues Thema. Willkommen zurück bei der Premiere des AutorenTalk hier bei mir!
 
Bevor wir hier weiter machen lasse ich den Oberkörperfreien Kellner erst einmal eure Gläser nachfüllen, meine Damen. :D Ach, da ist er ja schon! Ja, nun, das ist … nennen wir ihn einfach Mr. Sexy. *kicher* Hach, ich liebe ihn!
 
Aber weiter im Text ...
 
So als buchverliebte Sarah habe ich eine ganze Palette von guten Büchern gelesen, aber es gab auch den ein oder anderen Fehlgriff ... leider. Wie sieht es bei Dir im Regal aus: Was ist das absolute Highlight unter all dem was Du selbst schon gelesen hast und gab es auch einen totalen "Griff in's Klo"?
 
Stephanie Madea:
Es gibt eine Reihe von Büchern, die ich oft hervorhole oder die sogar dauerhaft auf meinem Schreibtisch liegen, die ich zurate ziehe, in denen ich immer wieder stöbern kann. Sie sind so gut, dass sie mich jedes Mal wieder fesseln, obwohl ich Passagen mitsprechen könnte.
Natürlich gibt es auch Romane, die mir absolut nicht zusagten oder an denen ich einiges auszusetzen hatte. Aber auch diese sind sehr nützlich für mich, weil sie mir Fehler oder Schwächen bewusst aufgezeigt haben und ich versuchen kann, es anders zu machen.
 
Jennifer Benkau:
Das Highlight ist total leicht. „Der Märchenerzähler“ von Antonia Michaelis. He, die Geschichte wollte ich schreiben – so eine Gemeinheit. Neidlos jedoch muss ich anerkennen: Antonia hat‘s besser gemacht als ich es bislang könnte.
Flop … hm. „Der Heiler der Pferde“ von Gonzalo Giner ist zumindest das schlechteste Buch in meinem Regal. Aber es war unfreiwillig derart komisch, dass ich es kaum als Flop bezeichnen kann. In jedem Fall ein unvergessliches Buch – das schafft auch nicht jeder.
 
Hey, ich wollte auch „Dark Canopy“ schreiben und mich hast Du auch nicht gefragt. Hmpf! :p
 
Britta Strauß:
Mein immer und ewiger Lieblingsband ist tatsächlich „Die unendliche Geschichte“ von Michael Ende. Es ist einfach so wahnsinnig tiefsinnig und vielschichtig, nicht einfach nur eine Fantasygeschichte, sondern voller Symbolik und verborgenen Botschaften. Jedes Mal findet man etwas Neues. Jedes Mal ist Phantasien anders. Das ist enorm faszinierend. So ein Buch würde ich auch gerne mal schreiben. Zum Griff ins Klo … hm … keine Ahnung. So was kommt bei mir in den Mülleimer und wird ausgeklammert. Meine letzte herbe Enttäuschung war „Meeresflüstern“. Es war einfach überhaupt nicht das, was er erwartet hatte. Worauf ich hoffte. Aber das ist mein höchstpersönlicher Eindruck. Und weil das Buch so wunderschön aussieht, habe ich es auch nicht weggeworfen.
 
Jane Christo:
Ich habe jede Menge Lieblingsautoren, das sind einfach zu viele, um sie alle aufzulisten.
 
Im Bereich der Teen-Novels finde ich Cynthia Hands „Unearthly“ überirdisch schön. Von Meg Cabot liebe ich die Mediator-Reihe (dt. „Susannah“-Reihe).
 
In Sachen Fantasy hat Brent Weeks mit seinem „Black Prism“ einen Roman geschrieben, der mir die Schuhe ausgezogen hat. Das Gleiche gilt für Mark Lawrence, der mit „Prince of Thorns“ (dt. „Prinz der Dunkelheit“) ein umstrittenes aber meiner Ansicht nach geniales Debut hingelegt hat. Ich liebe seinen Helden, er ist einfach widerlich!
 
Sog. Fehlgriffe werden bei mir immer seltener, das gehört dazu. In mancher Hinsicht helfen sie mir, denn wenn ich mich über ein Buch ärgere werde ich mir einmal mehr darüber klar, was ich an einer Story schätze und was nicht. Das wiederum hilft mir später beim Schreiben.
 
Petra Röder:
Boah, das ist eine schwere Frage. Natürlich gehört Michael Endes „Unendliche Geschichte“ zu meinen Lieblingsbüchern, weil es das erste Buch war, was mich wirklich fasziniert und nachhaltig beeindruckt hat. Ich liebe auch die „Sevenwaters“-Saga von Juliet Marillier. Ihr Schreibstil ist wunderschön und die Geschichten sind ein Traum. Natürlich gab es auch schon den ein oder anderen Griff ins Klo, aber die Titel will ich nicht nennen. Ich habe Respekt vor jedem, der ein Buch schreibt und man kann nicht verlangen, dass ein Autor den Geschmack aller Leser trifft.
 
C. M. Singer:
Ich liebe Neil Gaiman und J. K Rowling.  Klar, ihre Bücher sind kaum zu vergleichen, aber beide sind für mich der Inbegriff von British Fantasy at it´s best. Die eine oder andere Enttäuschung gab es natürlich auch, aber da Geschmäcker bekanntlich verschieden sind, und ein Buch nicht schlecht sein muss, nur weil es mir nicht gefallen hat, nenne ich sie in dieser Runde lieber nicht. Aber keine Sorge, Ladys, von euch war keines dabei. ;)  
 
Wow, da ist ja echt von jedem was dabei. Ich würde mich dem ein oder anderen anschließen wollen, aber um mich geht’s ja nun nicht. Ihr seid einfach klasse, Mädels, haaaaach.  *sfz*
 
Ich bin froh euch hergezw…geholt zu haben – eingeladen zu haben. Danke, dass ihr hier seid! Wir sehen uns morgen wieder.

10/02/2012

The Killables 01. Das letzte Zeichen - Gemma Malley



Kurzbeschreibung

Ein tödliches Zeichen. Eine Liebe gegen alle Verbote.

Wir schreiben das Jahr 2065. Nachdem Kriege und Terrorismus die Welt beinahe zerstört haben, wurde die Stadt gegründet, geführt durch eine Regierung, die das Böse ausmerzen und alle Menschen zu vollständig guten Wesen machen will. Evie arbeitet für das System und ist dafür zuständig, den Bürgern ihr Zeichen zuzuteilen: A, B, C – je nachdem, wie »gut« sie sind. Evie selbst gehört zur Elite und soll Lucas heiraten, ein mächtiges Regierungsmitglied. Doch Evie liebt Lucas’ Bruder Raffy. Da erhält Evie eine Änderungsmeldung: Sie soll Raffy ein neues Zeichen geben. Raffy wird als K eingestuft – K wie »Killable« – das Zeichen für den Tod …

Autor

Gemma Malley wusste schon als Kind, dass sie später Autorin werden würde. Sie studierte Philosophie in Reading, wo sie sich einer Band anschloss, mit der sie in Frankreich und Japan auf Tournee ging. Anschließend arbeitete sie als Journalistin und Beamtin, bevor sie sich endgültig dem Schreiben zuwandte. Gemma Malley lebt mit ihrer Familie in London.

(Quellen: Amazon.de)

Fazit

Evie, die Protagonistin dieses Buches, lebt in der Stadt. Diese Stadt ist eine in sich abgeschottete Einheit, die sie alle vor den „Bösen“ außerhalb schützt. Diese Stadt kann man sich beinahe wie eine sektenartige Kommune vorstellen und auch, wenn die Bewohner nichts von ihrer Abhängigkeit ihres Anführers ahnen, wird dem Leser schnell klar wie blind diese Menschen doch sein müssen, denn ein Mann der bei Zusammenkünften von spirituellem Zusammenhalt und Ausschluss des Bösen spricht wirkt in der Weise wie er hier in „Das letzte Zeichen“ auftritt nicht gerade vertrauenerweckend – für den Leser. Die Kontrolle durch „das System“ um die Einstufungen in verschiedene Charakterklassen/Ränge soll die Menschen vor sich selbst schützen und niemand schöpft Verdacht, denn das System weiß alles.

Die Menschen leben in ständiger Überwachung. Sie sind Marionetten des „Bruders“, derjenige, der hinter dem System steckt. Doch die Menschen sind blind vor Angst vor allem Bösen und lassen auf eben dieser Angst vieles über sich ergehen. Es wird deutlich, wie beeinflussbar der Mensch doch ist, wenn ihm nur genug Furch eingeflößt wird, denn jeder in der Stadt weiß, dass das Leben außerhalb der Mauern gefährlich ist, wenn nicht gar tödlich. Doch gibt es nur einige wenige, die das System hinterfragen. Doch, wer traut sich schon sein eigenes Leben zu riskieren?

Im Grunde klingt das alles sehr interessant, doch schon der Klapptext verrät eigentlich schon zu viel und ist zum Teil sogar unwahr. Zum einen wissen unsere Protagonisten nichts davon, dass das Zeichen „K“ Killable bedeutet und zweiten muss Evie auch nicht Raffys Rang in eben diesen ändern.
Das der Inhalt schon zu viel verrät sagt aber auch einiges über das Buch selbst aus, denn in den ersten zwei Dritteln passiert herzlich wenig. Der Leser lernt ein bisschen über die Stadt und die Ränge (was theoretisch schon auf dem Klapptext zusammengefasst ist) und begleitet Evie auf dem Weg zum großen „Ahaa“, als sie erkennt, dass „K“ Killable bedeutet (auch das weiß der Leser bereits von Klapptext). Dazu genommen, dass der Alltag des Mädchens nicht gerade spektakulär gestaltet, sonder eher fade und eingespielt ist, sorgt ebenfalls nicht dafür, den Leser zu packen. Durch recht sachliche Beschreibungen und Gedanken durch Evie zum Verständnis der Stadt kommt gleichfalls keine Spannung auf und so plätschert der Informationsfluss ungehemmt vor sich hin und nimmt einfach nicht an Fahrt auf.

Im letzten Drittel kommt endlich etwas Spannung in die Geschichte. Unerwartete Wendungen, die wirkliche Geschichte hinter der Stadt und was sonst noch für Lügen verbreitet wurden. Doch leider wird dies gestoppt (oder getoppt) mit einer – ja genau – beinahe Dreiecksbeziehung! Na, wer hätte das gedacht? Im Grunde wirkt es an dieser Stelle ein bisschen gezwungen und wie der letzte Versuch etwas Stimmung und Emotionen hineinzubringen, doch mal im Ernst: Das ist so abgedroschen.

Evie – Raffy. Lucas – Evie.

Leider konnte mich „Das letzte Zeichen“ gar nicht überzeugen. Natürlich gab es ein paar hoffnungsvolle Momente auf Besserung und auch die Grundidee ist nicht schlecht, nur hapert es ganz schön an der Umsetzung. Sobald endlich genug Handlungen da sind und erste Emotionen der Protagonistin überspringen endet das Buch und, wer hätte das gedacht, verweist darauf, dass die das Ende des ersten Bandes ist. Juhu. Ich persönlich werde die Geschichte nicht weiter verfolgen und kann sie auf Grund der oben genannten Gründen auch nicht weiter empfehlen.

2/5 Sternen.

 Informationen zur Reihe

  1. Das letzte Zeichen
  2. ???

Informationen zum Buch

  • Autor: Gemma Malley
  • Verlag: cbt
  • Taschenbuch: 352 Seiten
  • Preis: 8,99 €
  • Kindle: 7,99 €

[AutorenTalk] #4 - Der sachliche oder der emotionale Typ?


Hello Again!

Heute geht es um Gefühle, denn die Geschichten in Büchern sind oft so fesselnd, dass sie den Leser einfach mit sich reißen. Da ist es nicht selten, dass das ein oder andere Tränchen verdrückt wird. Ich selbst rege mich gerne auch mal über die eine oder andere Romanfigur auf und fluche, lache, schmachte und trauere gleichermaßen. So soll es ja auch sein, aber wie sieht es auf der anderen Seite - der Seite des Autors - aus? 

Was mich interessiert, ihr Hübschen: Wie emotional seid ihr während ihr schreibst? Oder seid ihr eher der sachliche Typ und geht die Szenen relativ nüchtern an?

Jane Christo:
Ich bin sowohl eine emotionale Leserin als auch Autorin. Deswegen leide ich Höllenqualen mit meinen Figuren, lache mit ihnen, freue mich mit ihnen, ärgere und streite mich. Die ganze Palette eben. Auf diese Weise wachsen sie mir auch ans Herz und so lerne ich sie noch besser kennen. Eine Biographie zu schreiben ist eine Sache, aber sich so mit der Figur zu identifizieren, dass ich sie von Grund auf verstehe, dazu gehört für mich das Mitfühlen.

Petra Röder:
Ich bin erst mit einer Szene zufrieden, wenn ich selbst auch das empfinde, was ich geschrieben habe. Traurige Passagen kann ich erst schreiben, wenn ich auch in der Stimmung dazu bin. Manchmal höre ich die passende Musik. Das hilft hin und wieder.

Oh ja. *nick* Musik beeinflusst auch meine Stimmungen oder besser: Sie sagt viel über meine Stimmung aus!

C. M. Singer:
Ich muss zugeben, emotionale und dramatische Szenen nehmen mich manchmal schon sehr mit. Ich bin ein Verfechter des: „Ein Happy End muss man sich verdienen“ und lasse meine Charaktere dementsprechend viel durchmachen, aber ich leide dann in der Regel mit ihnen. Und ja, es ist auch schon passiert, dass ich beim Schreiben Tränen in den Augen und Herzklopfen hatte. Das sind dann meistens auch die Szenen, die den Lesern besonders nahe gehen und im Gedächtnis bleiben. Ich denke, sie spüren, dass da im wahrsten Sinne „Herzblut“ hinein geflossen ist.

Stephanie Madea:
Oh nein, ich bin sehr emotional. Das brauche ich auch, unbedingt. Ich zittere und schwitze bei Aktionszenen oder bei dramatischen Ereignissen. Ich erlebe glückselige Schauder in einer erotischen oder romantischen Passage, lache über Komisches, als wenn ich den Satz nicht selbst geschrieben hätte oder trauere, wenn „ein Freund“ stirbt. Himmel, beim Schreiben dürfte mich keiner filmen. :)
Wenn ich bei einer Szene nichts spüre, ist sie in meinen Augen nicht gut oder nicht gut genug. Dann wird radikal gestrichen und von vorn begonnen.

*richtet heimlich eine Kamera aus*

Britta Strauß:
Beim Schreiben bin ich eher nüchtern. Merkwürdigerweise. Der Schöpfungsprozess ist viel zu anstrengend, um dabei innezuhalten und drüber nachzudenken. Man rattert es einfach runter und lässt den Druck im Gehirn raus, wie Chuck Norris. Ich tue, was getan werden muss, weil nur ich es tun kann. Irgendwie so. Erst hinterher, wenn ich einen gewissen Abstand zu der Story bekommen habe, wenn der Text gut abgehangen ist und ich wieder drüber gehe, kommen die Emotionen. Da schüttelt und rührt es mich, da fließen die Tränen. Wobei Letzteres mir das erste und einzige Mal beim Korrekturlesen von Nocona passiert ist. Sonst überwiegt eher das Schmachten, Seufzen und Herzchenklopfen. Und das mit-Spiralen-in-den-Augen-durch-die-Straßen-wanken.

Memo an mich selbst:  „Mache aus Chuck-Norris-Witzen Bitta-Stauß-Witze!“

Jennifer Benkau:
Ich schreibe tatsächlich sehr nüchtern, damit mir der Stilzügel nicht aus den Fingern rutscht. Bei emotionalen Szenen habe ich während des Schreibens oft das Gefühl, die Szene könnte sicher niemandem nahe gehen. Wenn ich sie dann später Korrektur lese, und selbst lachen – oder heulen – muss, weiß ich, dass sie schon okay ist. Du wolltest doch eben ein dreckiges Geheimnis? Es ist weniger dreckig als mehr unglaublich peinlich: Ich lache über meine eigenen Gags. Hemmungslos. Und immer wieder. Darum lese ich bei Lesungen nie – nie – nie lustige Szenen. Das ginge so was von in die Hose!

Geheimnis ist Geheimnis, Jennifer, ich nehme was ich kriegen kann. *kicher*

Liebe LeserInnen, ich weiß ja nicht wie es euch geht, aber mich macht das ganz Hibbelig. Mal Stephanie filmen wäre doch klasse … hach! :D Oder Jennifer doch mal zwingen eine witzige Stelle zu lesen? 

Wie auch immer. Für heute war es das einmal wieder und morgen könnt ihr die nächste Frage in dieser wirklich erfrischenden Runde erleben. Oh, wie ich mich freue. Tschöööö! *wink*

 

10/01/2012

[AutorenTalk] #3 - Nahe des Wahnsinns?


Willkommen zurück, meine lieben LeserInnen! Und auch ein herzlichen "Schön, dass ihr noch da seid!" an meine AutorenTalk-Mädels.  *nochmal Sekt verteil*

*Jennifer im Auge behalt* o,o

Wir haben nun in den letzten zwei Tagen über bereits erschienenes und zukünftiges gesprochen, heute will ich mal ein bisschen was über unsere Romanhelden wissen, denn sie sind ja immer so facettenreich! Ein schüchterner Charakter wächst über sich hinaus und zeigt Rückgrat, ein Macho schüttet sein Herz seiner Gefährtin aus und verliebt sich Hals über Kopf oder es geht darum mal eben die Welt zu retten. ^__^ Da muss der ein oder andere richtig Stärke beweisen! Also ist es doch interessant zu wissen, ob eure Figuren sich von selbst Entwickeln oder ob ihr ihnen bewusst eine Richtung angebt?

Jane Christo:
Bei mir wird vorher alles festgelegt, das hilft mir später beim Schreiben enorm. Das heißt aber nicht, dass die Figuren keinen Raum für Entwicklungen bekommen. Gerade wenn ich sehe, dass die Helden in eine andere Richtung einschlagen, als ursprünglich geplant, ist ein gut strukturiertes Konzept unbezahlbar. Anhand der Aufzeichnungen erkenne ich schnell wie viel Spielraum ich einer Figur geben kann, und wo ich eine Grenze ziehen muss. Oft habe ich das Konzept so verinnerlicht, dass ich während des Schreibens ziemlich genau weiß, was geht, und was nicht.

Stephanie Madea:
Eindeutig: beides. Wie gesagt, ich plane meine Romane sehr ausführlich. Ich erstelle Charakterblätter mit dem Äußeren der Figur, aber vor allem mit dem Innenleben, Erfahrungen in der Vergangenheit, Verknüpfungen unter den Figuren, Ähnlichkeiten oder krasse Unterschiede, Moral, Ängste u. v. a. m. Erst, wenn ich meinen Charakter wie einen guten Freund kenne, beginne ich mit dem Schreiben.

Ich gebe knapp vor, wohin eine Szene aus der Sicht der Figur führen soll, was unbedingt vorkommen muss, aber das ist auch schon alles. Wie sich diese Szene entfaltet, was genau gesagt oder getan wird, bestimmt die Figur. Für mich als Autor ist es jedes mal faszinierend, wenn eine Person ausbricht, sich gegen meine Vorstellungen oder Anweisungen stemmt und sie einfach ihr eigenes Ding durchzieht. Dann hat sie Charakter entwickelt und ich füge mich dann gern, wenn sie die Regie übernimmt.

Es ist dann, als wollte die Figur ihre eigene Geschichte selbst schreiben und benutzt dazu meine Finger. :)

Jennifer Benkau:
Ich plane tatsächlich sehr wenig. Ich gebe die Ausgangssituation vor und schau mal, was meine Figuren draus machen. Das ist für mich der Reiz am Schreiben, mich zurückzulehnen, nicht mehr bewusst zu denken, sondern eine Figur zu schaffen, sie in meinem Kopf selbst Entscheidungen trifft – ein Mikrokosmos in meinem Hirn. Das Ergebnis überrascht mich meistens selbst. ;)

Petra Röder:
Ich habe sicherlich eine klare Vorstellung, was meine Charaktere anbelangt, aber es passiert natürlich auch, dass sie ein gewisses Eigenleben entwickeln. So wie die Geschichte mit jeder Seite wächst, wachsen auch meine Protagonisten.

Britta Strauß:
Nein, die Idioten machen was sie wollen. Sie tanzen mir auf der Nase herum, und dann wundern sie sich, wenn ich ihnen aus Rache irgendwas Gemeines antue. Doch selbst über diese Abgründe behalten sie immer eine gewisse Kontrolle. Ich habe das Gefühl, dass ich nichts mit den Damen und Herren Figuren tun kann, was sie nicht selbst wollen. Oder was ihnen selbst sinnvoll erscheint. Es fühlt sich manchmal an, als fahre während des Schreibens ein Geist in einen rein und sagt: „Halt, so nicht! Mach´s anders. Mach´s so.“ Da passiert dann plötzlich alles wie von selbst.

Grüne Erbsensuppe kam aber noch nicht während des Schreibens aus mir raus. Irgendwann krieche ich bestimmt im Krebsgang die Treppe runter. Zusammen mit meinem Laptop. Und spreche dabei Altäpyptisch rückwärts.

C. M. Singer:
Och, meine Charaktere entwickeln regelmäßig ein Eigenleben. Wobei die wichtigsten Eigenschaften der Hauptprotagonisten (Mut, Optimismus, Skepsis, Humor, Leidenschaft, usw…) natürlich von vorneherein feststehen und auch so bleiben. Aber im Verlauf der Geschichte können sich plötzlich Spleens oder Vorlieben zeigen, die so nicht geplant waren.
Bei Nebencharakteren kann es auch durchaus  passieren, dass sie mit der ihnen zugedachten Rolle nicht einverstanden sind, oder mehr Raum für sich beanspruchen. Mir ist es mal passiert, dass ein als zwielichtiger Typ angelegter Protagonist partout nicht den Bösewicht geben wollte und praktisch selbstständig auf die andere Seite übergelaufen ist.


Interessant wie verschieden jede einzelne von euch da vorgeht. Von ungeplant bis ausgeplant bis irgendwas dazwischen. :D Mich persönlich interessiert das ja, weil ich selber nichts schreibe.

Liebe LeserInnen, es ist herrlich, nicht wahr? So viel individualität auf einen Haufen. *grins* Nur ist der Tag leider schon wieder um und ich muss euch ein weiteres Mal auf morgen vertrösten. Auf Wiedersehen! *wink*