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10/21/2018

Die Grimm-Chroniken 02. Asche, Schnee und Blut - Maya Shepherd

Kurzbeschreibung

Die zweite Folge der 'Grimm-Chroniken' enthüllt ein Schneewittchen, wie es bisher niemand kannte. Die Grenzen zwischen Gut und Böse verschwimmen, ebenso wie zwischen Wahrheit und Lüge, Vergangenheit und Gegenwart, Traum und Realität. 

»Wer hat Ihnen das angetan?«, flüsterte Maggy.
Der Mann richtete seine grauen Augen auf sie. »Schneewittchen«, stieß er mit seinem letzten Atemzug hervor, bevor sein Herz zum Stillstand kam.

Fazit

Okay. Ja. Okay. Dieser zweite Band ist auf jeden Fall besser in Hinsicht auf Will, Maggy und Joe. Diese Sichtweise gefiel mir nämlich in "Die Apfelprinzessin" gar nicht so gut, aber wir nähern uns an. Will wird zugänglicher und er gewinnt bei mir an Sympathie und Maggy & Joe gehen mir nicht mehr so auf die nerven. Es wird also. 

10/16/2018

Elayne 01. Rabenkind - Jessica Bernett

Kurzbeschreibung

Eine Prophezeiung, der sie nicht entkommt. Eine Bürde, die sie kaum tragen kann. Eine Liebe, zart, zerbrechlich und bedroht von Lügen, Intrigen sowie dem Spiel der Macht.


Die junge Elayne von Corbenic wächst im Norden Britanniens in einer düsteren Festung auf. Ihr Vater, König Pelles, ist besessen von einer Vision, die Elaynes Mutter kurz vor ihrem Tod gehabt haben soll. Demnach wird Elayne die Mutter des größten Helden aller Zeiten. Dafür opfert der König alles: das Wohlergehen seines Volkes und die Liebe seiner Tochter.


Erster Satz
"Der Nussbaum lächelte."
(S. 9)
Fazit

Es wird geworben mit der Legende von König Artus, doch erwartet uns hier weder der König selbst noch eine Geschichte darüber wie er zum König wurde. Es gibt keine Neuerzählung darüber, wie er Excalibur für sich beanspruchte, nein: Es geht um Elayne von Corbenic, fernab vom Hof des Hochkönigs. Es geht um das junge Mädchen, welches behütet aufwuchs und von ihrem Vater geliebt und benutzt wird. Es geht um Elayne und ihren Weg zur Frau, zur Eigenständigkeit, zur Stärke.

Wir lernen Elayne als junge, recht behütete, wenig Wert auf Etikette legende, recht untergeordnete Prinzessin kennen. Doch es gibt in ihrem Leben keinen Prunk, denn sie verrichtet jegliche anfallende Arbeiten, ohne zu zögern. Sie ist ein sanftes, gutmütiges Wesen und wirkt zunächst nicht wie die Heldin einer großen Geschichte. Wer jedoch dran bleibt, kann erleben, wie eben jene junge Prinzessin in die Unabhängigkeit erwächst und ihren eigenen Weg findet. Die Ereignisse in der Feste lassen auch wenig Spielraum für Elayne, denn entweder beugt sie sich den Gegebenheiten, oder aber sie begehrt auf. Es gefiel mir gut ihren Werdegang zu erleben, denn zunächst schien mir die Rolle der Protagonistin für sie nicht passend - wie ein schönes Kleid, in welches sie zunächst hineinwachsen muss. Doch auch ich bin ihrem Charme irgendwann erlegen, ebenso wie der Barde Galahad. 

Galahad, der zur Feste kommt und schnell einen Hauch des außergewöhnlichen zeigt. Welcher Barde kann auf eine solche geschickte Art mit Waffen umgehen. Mit Pferden. Mit ... einfach allem. Ich muss gestehen, dass mir Galahad am meisten gefallen hat, obwohl seine Geheimnisse für mich doch relativ offensichtlich schienen. Ich habe nur gehofft, dass er diese bald mit Elayne teilen wird. Aber seien wir mal ehrlich: Wieso sollten Männer auch ihre Geheimnisse mit Frauen teilen. Pah. Kein Wunder, dass hier wieder alles drunter und drüber geht. Und das nicht zu knapp! 

Besonders aufgefallen ist natürlich ein gewisser Altersunterschied zwischen den beiden Hauptpersonen, doch man bedenke die Zeit in der diese Geschichte spielt und schon ist das alles gar nicht mehr so absurd. Und wisst ihr was? Große Altersunterschiede kommen auch in der heutigen Zeit wieder öfter vor - also wirkt das alles gar nicht mehr so abwegig. 

Die Artus-Sage ist für mich jetzt nicht unbedingt neu, jedoch kenne ich auch nur ein paar kurze Fakten. Aufgrund dessen war die gesamte Geschichte doch recht neu für mich, denn wer hat noch nicht von den Rittern der Tafelrunde gehört?! Aber Elayne von Corbenic war mir gänzlich unbekannt. Doch lesen wir nicht genau deswegen? Um neues zu lernen? In einem geschichtlichen Nachwort beschreibt die Autorin ein wenig die Sage und gibt uns so noch etwas Hintergrundwissen mit auf den Weg. Das ist gar nicht schlecht, muss ich gestehen. Vielleicht hätte mir dies am Anfang der Geschichte etwas mehr "geholfen". 

Insgesamt ist diese Geschichte sehr schön geschrieben. Mit einem flüssigen Schreibstil und greifbaren Charakteren sorgt Jessica Bernett dafür, dass man sich schnell in die Geschichte einfindet. Auch einige witzige Stellen versüßen einem das Gelesene. Der erste Band "Rabenkind" gefiel mir also recht gut und ich bin wirklich auf kommendes gespannt. Die Autorin flüsterte mir bereits zu, dass die weiteren Bände etwas umfangreicher werden würde. Als ob mich das abhalten wird: Im Gegenteil! Ich wünsche mir jedoch mehr zu den Raben und ihrer angeblichen Rabenmagie, denn es sind zwar Andeutungen vorhanden, jedoch nichts handfestes. Und welche Geschichte kann nicht ein wenig Magie gebrauchen ...

4/5 Sternen 
Informationen zum Buch
Autorin Jessica Bernett | Sternensand Verlag | Taschenbuch | 342 Seiten 

Informationen zur Reihe
1. Rabenkind | 2. ??? | 3. ???

10/15/2018

Die Grimm-Chroniken 01. Die Apfelprinzessin - Maya Shepherd


Kurzbeschreibung

Dieses Buch beginnt nicht mit Es war einmal, denn auf diese Weise fangen all die Lügen an, die Wilhelm und Jacob in die Welt gesetzt haben. Dies ist kein Märchen, sondern eine wahre Geschichte. Es heißt, die Bösen werden bestraft und die Guten leben glücklich bis ans Ende ihrer Tage. Das Leben ist aber nicht schwarz-weiß und gewiss nicht glücklich. Rot ist die Farbe, die über das Schicksal bestimmen wird. Die Lüge ist oft nicht von der Wahrheit zu unterscheiden, am wenigsten, wenn die Wahrheit zu schrecklich ist, um sie glauben zu wollen.

Fazit

Die Gebrüder Grimm, ihre Märchen und das Aufdecken tatsächlicher Grausamkeiten. 

Wer sich die traumhaften Cover dieser Reihe einmal ansieht, erwartet vielleicht auch traumhaft schöne Märchen. Aber Achtung: Es ist nicht alles so unblutig, wie wir es kennen, denn die Brüder haben einige Geschichten umgeschrieben und ihre Lügen erfolgreich verbreitet. Und so beginnt das Abenteuer von Will und seinen Freunden.

Die Geschichte wird auf wenigen Seiten in zwei Sichtweisen geschrieben. Einmal die der Königin, welche sich vor allem auf vergangenes bezieht und aus der Sicht von Will, der im hier und jetzt lernt, dass an den angeblichen Spinnereien seines Vaters wohl doch mehr dran ist, als er jemals zu glauben gewagt hätte. Dabei gefielen mir die Passagen der Königin besonders gut. Ob es an der märchenhaften Stimmung liegt oder daran, dass ich Will in seinen Szenen noch nicht besonders gut einschätzen kann, lässt sich bisher schlecht sagen. Klar ist jedoch, dass hier der Anfang für eine sehr spannende Geschichte gesponnen wird. 

Wie es weiter geht, wie die Königin zu der wurde, die sie ist und ob der blutige Schnee weiter fällt, erfahre ich hoffentlich in den kommenden Bänden. Ich bin auf jeden Fall sehr gespannt und hoffe auf märchenhafte Grausamkeit und natürlich auf ein Happy End. 


3,5/5 Sternen
Informationen zum Buch
Autorin Maya Shepherd | Sternensand Verlag | Taschenbuch | 146 Seiten 

Informationen zur Reihe
1. Die Apfelprinzessin | 2. Asche, Schnee und Blut | 3. Der schlafende Tod | 4. Der Gesang der Sirenen | 5. Der goldene Apfel | 6. Der Tanz der verlorenen Seelen | 7. Das Aschemädchen

1/08/2015

Ewiglich ... Dornröschen? Kiss my ass! - Olga A. Krouk

Kurzbeschreibung

Wann hat dieser bescheuerte Prinz es nur geschafft, aus Was für ein aufgeblasener Vollidiot ein Der hat was ... zu machen? Möge der Kelch an mir vorübergehen. Ich bin doch überhaupt kein Typ für diesen "Der hat was ..."-Unsinn! 

Ly chaotisch, fast 16 und ungeküsst ist stolze Gründerin einer Heavy-Metal-Band und so ganz und gar nicht zur Prinzessin geeignet. Bis sie sich im Körper einer Königstochter wiederfindet. Mit den schönsten Mädchen der Märchenwelt soll sie nun um das Herz des hiesigen Prinzen kämpfen. Damit hat Ly allerdings wenig am Hut. Von ihrer rockigen und rosarot-untauglichen Art bekommt nicht nur der Zeremonienmeister einen Blutsturz, damit haut sie auch den glorreichen Prinzen glatt weg. Intrigen, Flüche (uralte und What the f*** ) sowie zerronnene Wimperntusche stehen prompt an der Tagesordnung. Wird Ly den Weg zurück in ihren Körper finden, der allem Anschein nach in einen hundertjährigen Schlaf gefallen ist?

Autor

Olga A. Krouk wurde 1981 in Moskau geboren, bezeichnet aber Sankt-Petersburg als ihre Heimatstadt. In der Schule und später auf dem College hat sie die deutsche Sprache gelernt. 2001 zog sie nach Deutschland, wo sie zur Zeit mit ihrem Mann in Schleswig-Holstein lebt.
(Quelle: Amazon.de)
Fazit

Zugegebenermaßen hatte ich die ersten paar Seiten das Gefühl in eine Art Drogentraum geraten zu sein. Der Leser wurde nur so in die Geschichte hinein geworfen und es begann alles ein bisschen wirr. Zum Glück hielt das absolut nicht lange an und Ly befand sich mit mehreren Prinzessinnen auf Besuch in einem Königreich um den Prinzen auf versnopter königlicher Bachelor-Art für sich zu gewinne. Nur, what the f***, wie soll sie da nur wieder raus kommen? 

Nun sitze ich in einer geschlossenen ... nein, nicht Anstalt, sondern Kutsche, die nicht einmal der überschwänglichste Kitsch-Liebhaber sich ohne Burn-out hätte ausdenken können, und es ist höchste Zeit, der Wahrheit ins Auge zu blicken. Ich muss aufs Klo. 
(S. 22)
Die Autorin schreibt hier wirklich eine flippig witzige Geschichte mit namenlosen Hoheiten, zickigen Prinzessinen, Spindeln, Erbsen die Bohnen sind, Feen, schlafenden Hexen im Turm und der großen Frage: Wie soll die Protagonistin da nur je wieder raus kommen. Ich muss zugeben, dass ich die ganze Zeit nicht ahnen konnte wie genau sich das auflösen soll. Alles war so verwickelt miteinander, aber trotzdem nicht verwirrend. Der Humor hat mir besonders gefallen. Auch Lys Persönlichkeit trägt viel dazu bei ... so plappert sie eben wie es ihr passt und stürzt so den in oder anderen Hofdiener in blanke Verwirrung. 

"Ich konnte kein Auge zu tun", klagte sie weiter, "und stellt euch mal vor, unter all den Matratzen und Eierdaunendecken entdeckte ich heute Morgen doch tatsächlich eine Bohne!" ... Wayne?
(S. 91)
Ich hatte meinen Spaß mit diesem Buch und wer mal richtig was zu lachen haben will, der ist hier genau richtig! Eine Besonderheit: Dieses Buch gibt es auf der Verlagshomepage auch noch mit schwarzem Cover zu kaufen. 

4/5 Sternen

Informationen zum Buch
Autor: Olga A. Krouk
Verlag U-Line
Taschenbuch: 176 Seiten
Preis: 9,99 €
ebook: 4,99 €

11/17/2014

Mein Herz zwischen den Zeilen - Jodi Picoult & Samantha van Leer

Kurzbeschreibung

»Hilf mir« - Deliah kann es kaum fassen, als sie diese Nachricht in ihrem Lieblingsbuch findet. Offensichtlich hat Oliver, der umwerfend gut aussehende Prinz der Geschichte, die Bitte speziell für sie hinterlassen. Und tatsächlich: Schnell stellen die beiden fest, dass sie über die Grenzen der Buchseiten hinweg miteinander sprechen können. Doch das reicht ihnen schon bald nicht mehr aus. Oliver ist schon lange genervt von seinem Märchen, das er immer wieder durchspielen muss, sobald ein Leser das Buch aufschlägt. Und er findet Gefallen an Deliah, die so anders ist als die langweilige Prinzessin Seraphima, die er sonst immer küssen muss. Da ist es doch klar, dass er endlich zu ihr will! Und Deliah: Die hat sich längst Hals über Kopf in ihren Märchenprinzen verliebt. Und ist begeistert von der Idee, Oliver aus dem Buch herauszuholen. Doch wie können die beiden es schaffen, die Grenzen zwischen ihren so unterschiedlichen Welten zu überwinden?

Autor

Die gebürtige New Yorkerin Jodi Picoult eroberte im Sturm die Herzen ihrer Leser. Vor allem ihr Talent , mit Feingefühl vielschichtige zwischenmenschliche Beziehungen zu beschreiben, schätzen ihre Fans. Die 1967 geborene Autorin lebt heute mit ihrem Mann und ihren Kindern in Hanover, New Hampshire. Bereits während ihres Studiums widmete sie sich dem Schreiben und arbeitete zunächst als Texterin und Lehrerin. Ihren ersten Roman verfasste sie 1992, als sie mit ihrem ersten Kind schwanger war. Damit sie für ihre Bücher effektiv recherchieren kann, hat ihr Mann seinen Beruf aufgegeben. Jodi Picoult kann so die Schauplätze ihrer Romane besuchen, um eine genaue und authentische Beschreibung zu liefern. Kein Wunder also, dass man mit ihren Romanhelden jedes Mal mitfiebert, als ob sie wirklich wären.
(Quellen: Amazon.de)

Fazit

Mein Herz zwischen den Zeilen ist das gemeinsame Projekt der Autorin Jodi Picoult und ihrer Tochter Samantha van Leer. Die Idee der Geschichte beruht auf der Frage: Was passiert eigentlich, wenn ein Buch nicht gelesen wird - wenn es zugeschlagen ist? Und so startet das Märchen von Prinz Oliver und zugleich die Geschichte von Delilah und Oliver. 

Die Idee der Geschichte ist wirklich interessant und auch gut aufgezogen. Wie die Charaktere aus einem Märchenbuch in Wahrheit ganz anders sind, als die Personen die sie "Spielen" und auch sie Wünsche und Träume haben, die allerdings nicht so leicht zu erreichen sind. Besonders lustig fand ich den Drachen mit Zahnproblemen oder das sonst so stolze Ross, welches einfach nur von Selbstzweifeln geplagt wird. Allerdings weist die Geschichte auch ein paar weniger tolle Stellen auf. So werden Oliver und Delilah zwar als verliebtes Pärchen dargestellt, allerdings ist ihr erstes Treffen weniger prickelnd als erhofft. Es fehlen an machen Stellen einfach die Gefühle, die zwar beschrieben werden, aber nicht zum Leser überschwappen. Auch weist Mein Herz zwischen den Zeilen einige Längen am Ende der Geschichte auf, so dass zumindest ich irgendwann gehofft habe, es möge endlich zu ende gehen. Obwohl das Buch verhältnismäßig wenige Seiten hat, ist die Tatsache, dass es stellenweise nicht sehr fesselnd war, doch reichlich prägend. 

Insgesamt kann ich gar nicht so viel über die Geschichte selbst sagen, ohne zu viel zu verraten. Hauptsächlich geht es zwar darum, dass Delilah und Oliver gemeinsam einen Weg zu finden versuchen, Oliver aus dem Buch heraus zu bekommen, aber auch das Märchen wird weiter erzählt. So hat der Leser gleich zwei Geschichten in diesem Buch. Untermalt wird das ganze, im wahrsten Sinne des Wortes, von Illustrationen zu Beginn eines jeden Märchen-Kapitels und kleineren Grafiken passend zum Text in allen anderen Passagen. Hierbei wird unterschieden zwischen Olivers und Delilahs Sichtweisen. Auch der Text ist Farblich abgehoben, je nachdem aus welcher Sicht gerade geschrieben wird und vereinfacht so noch einmal zu unterscheiden. Aber das ganze macht natürlich auch optisch ein bisschen was her. 

Alles in allem war die Idee sehr interessant, die Umsetzung okay und die Optik passend und einprägsam. Ich werde das Buch sicherlich nicht so schnell vergessen, auch wenn es ein paar Schwachstellen aufweist.

3/5 Sternen


Informationen zum Buch
Autor: Jodi Picoult, Samantha van Leer
Gebundene Ausgabe: 288 Seiten
Verlag: Bastei Lübbe (Boje)
Preis: 14,99 €
Kindle: 9,99 €

8/26/2014

ICE: Hüter des Nordens - Sarah Beth Durst

Kurzbeschreibung


Die junge Cassie lebt mit ihrem Vater auf einer Forschungsstation in der Arktis. Ihre Mutter ist angeblich bei ihrer Geburt gestorben, doch Cassie wächst mit rätselhaften Geschichten über ihren Tod auf. Kurz vor Cassies achtzehntem Geburtstag kommt es zu einer merkwürdigen Begebenheit: Cassie trifft auf einen Eisbären, der zu ihr spricht und ihr berichtet, dass die alten Legenden wahr sind. Ihre Mutter ist noch am Leben und wird in der Festung der Trolle gefangen gehalten. Doch um sie zu befreien, muss Cassie den Eisbären heiraten, der sich des Nachts in einen Menschen verwandelt. Zwischen Cassie und dem magischen Wesen entwickelt sich eine zarte Liebe, die jedoch von einem geheimnisvollen Fluch bedroht wird.

Autor


Sarah Beth Durst wurde in Massachusetts geboren. Sie hat an der Princeton University Englisch studiert und begann danach eine Karriere als Jugendbuchautorin. Heute lebt sie mit ihrem Mann und zwei Kindern in New York.
(Quellen: Amazon.de)

Fazit


Die Tochter des Nordwindes ist dem Hüter des Nordens versprochen, doch verliebt diese sich stattdessen in einen Menschen-Mann. Um ihr Glück weiter leben zu können, handelt sie mit dem Hüter des Nordens. Er soll ihre Tochter zur Frau bekommen. Als der Nordwind dies herausfindet, bläst er vor lauter Zorn seine eigene Tochter bis östlich der Sonne und westlich des Mondes zur Toll-Festung, wo sie fortan gefangen gehalten wird.

Alles was Cassie je gekannt hat ist das Leben mit ihrem Vater auf einer Forschungsstation in der Arktis. Ihr Leben hat sie ebenfalls der Forschung über die Eisbären verschrieben und sie liebt den Schnee und die Weite des Eises über alles. Allerdings hätte Cassie niemals vermutet, wie viele Geheimnisse ihre Familie vor ihr hat und dass die vermeintliche Gute-Nacht-Geschichte, das Märchen, gar keine erfundene Geschichte ist. Der Hüter des Nordens ist real, das muss Cassie mit schrecken feststellen, als sie ihm zum ersten Mal gegenüber steht. Doch das bedeutet auch, dass ihre Mutter das Kind des Nordwindes ist und sie folglich einem magischen Wesen versprochen ist.

Sarah Beth Durst erzählt eine innovative, nie gekannte Geschichte im Eis. Der Hüter des Nordens, Bär, holt, was ihm durch einen Eid rechtmäßig gehört: Seine Braut. Doch Cassie ist alles andere als willig. Nur sind versprechen in der Welt der Hüter eine unbrechbare Sache und so erklärt sie sich bereit ihm zu Folgen und die Schuld einzulösen. Allerdings nicht ganz ohne eigene Bedingungen. Und sie lernt eine magische und märchenhafte Eis-Welt kennen, das sowohl dem König der Eisbären als auch seiner Frau, der Königin, gerecht wird. Ein Traum aus Eis: Ein Schloss, ein Garten, Skulpturen, ... und alles ohne die Kälte zu spüren. Cassie ist verzaubert von all dem sich brechendem Licht und der Schönheit des Ortes. Sie lernt Bär besser kennen und seine Gestalt lieben - nach und nach. Es ist ein zarter Hauch von Liebe und doch mischt sich Heimweh hinein. Dass Bär sich ihr niemals bei Licht in Menschlicher Gestalt zeigt, ist nicht gerade förderlich für ihr Vertrauen. Doch dann begeht sie einen großen Fehler und missachtet die eine Bitte, die er jemals eindringlich an sie gerichtet hat und ihr Leben schmilzt in sich zusammen.

Bär, der Hüter des Nordens, ist einer der Munaqsri (Mu-nak-sri) der Welt. Er ist zuständig für die Seelen sterbender, als auch neu geborener Eisbären. Aber es gibt nicht nur ihn auf der Welt, denn jedes Leben hat seinen eigenen Munaqsri bzw. mehrere. Doch die Hüter sind ebenso rar wie aussterbende Tierarten. Es ist eine wunderbare Idee und Cassie lernt während einer unfreiwilligen Reise einige dieser Hüter kennen und muss erkennen, dass etwas gutes zu wollen nicht immer das ist, was das beste wäre. So trifft sie auf den Wal-Munaqsri, einem Lemming, einem Hasen, einer Schneeeule und auch auf Großvater Walt. Den Winden und so vielen Wesen, dass es im Kopf des Lesers eine wahre Fantasie-Explosion anregt ohne je zu viel zu werden.

Diese magische und märchenhafte Geschichte erzählt von Cassie, der Frau des Eisbären und ihrer Reise um das zu retten was sie liebt. Es ist nicht immer einfach, es ist nicht immer schön, aber für die schönen Dinge im Leben lohnt es sich zu kämpfen - das weiß auch Cassie.


4/5 Sternen


Informationen zum Buch
Autor: Sarah Beth Durst
Verlag: Egmont Lyx
Broschiert: 320 Seiten
Preis: 12,99 €
Kindle: 11,99 €

Weiter Bücher der Autorin
~ IVY: Steinernde Wächter



11/26/2011

Jasmyn - Alex Bell

Kurzbeschreibung

Und vom Himmel fielen schwarze Schwäne. Als ihr Ehemann Liam stirbt, zerbricht für Jasmyn eine Welt. Doch für Trauer bleibt wenig Zeit. Unheimliche Dinge geschehen: Bei der Beerdigung fallen aus den Wolken fünf schwarze Schwäne auf das Grab. Liams Eltern meiden Jasmyn plötzlich, ein Fremder bricht in ihr Haus ein, ohne etwas zu stehlen. Jasmyn beginnt, sich zu fragen, wie gut sie ihren Mann kannte. Und was er vor ihr verborgen hat. Die Suche nach Antworten führt sie in eine Welt dunkler Magie, alter Legenden und mitten in einen erbitterten Kampf zweier Brüder.
 

Autor

Alex Bell, geboren 1986, träumte schon als Kind davon, Schriftstellerin zu werden. Um einen Plan B zu haben, studierte sie aber erst einmal Jura. Nebenbei schrieb sie an ihrem ersten Roman. Heute lebt sie als freie Schrifstellerin zusammen mit fünf Katzen, zwei Schildkröten und einem Hund in Hampshire.

(Quelle: Amazon.de)

Inhalt

Bei der Beerdigung von Jasmyns Ehemann Liam fallen tote, schwarze Schwäne vom Himmel. Geschockt verlassen die Gäste darauf das Geschehen und niemand scheint weiter Notiz davon zu nehmen. Als dann immer mehr merkwürdige Dinge geschehen, will Jasmyn herausfinden was überhaupt los ist und versucht Liams Bruder zu erreichen: Ben. Kein sehr netter Zeitgenosse, wie dem Leser scheinen will und er blockt alle von Jasmyns Versuchen etwas zu erfahren ab. Als sie Ben dann allerdings erzählt, dass ein alter Bekannter von Liam und ihm bei ihr zu hause gewesen sei - und sie eigentlich nur wissen wollte wer das war - dreht Ben praktisch durch und scheint endlich bereit zu sein ihr etwas über die Geschehnisse zu erzählen. Das Misstrauen, dass alle um sie herum ihrem verstorbenen geliebten entgegenbringen scheint sie schier zu zerreißen und immer öffter flüchtet sie sich in ihre Geigenmusik. Doch sie weigert sich auch nur ein schlechtes Wort über Liam zu glauben.
Doch dann wird sie hineingezogen in den Sog aus Legenden und dunkler Magie. Und wieder einmal weiß Ben mehr als er preisgibt. Nur: Warum sagt er ihr nicht einfach was hier gerade geschieht?

Fazit

Angezogen von der Aufmachung des Buches und natürlich dem - wie ich finde - etwas ungewöhnlichen Klapptext, habe ich mich also an dieses Buch begeben.
Im Prolog wird der Leser darauf hingewiesen, dass er eine solche Geschichte noch nie gelesen habe und sich auf etwas magisches und absolut mitreißend Anderes einstellen solle. Gesagt, getan.

Jasmyn ist gerade verwitwet und trauert sehr stark ihrem Liam hinterher, denn es ist für sie schier unmöglich zu verstehen, warum er hatte sterben müssen. Sie selbst wird einfach als völlig zerbrechlich dargestellt, sowohl durch ihr aussehen, als auch durch ihre herzzerreißende Trauer. Jasmyn ist ein Albino: Weißes Haar, weiße Haut, strahlend hellblaue Augen! Durch die herzzerreißende Trauer und ihre scheinbare Zerbrechlichkeit wird der Leser gepackt und von ihren Empfindungen mitgerissen. Unterstrichen mit der Tatsache, dass sie als Hauptprotagonistin in diesem Roman auch als Erzählendes-Ich auftritt kommen all diese Empfindungen gut beim Leser an.

Ben, der ebenfalls eine größere Rolle in diesem Roman einnimmt, ist eher der griesgrämige Typ. Er tritt Jasmyn lediglich feindseelig gegenüber und sollte er einmal einen netten Satz von sich geben oder eine nette Geste zeigen, so scheint er sich schnell wieder zu besinnen und zu seinem eigensinnigen, mürrischen Ich zurückzufinden.

Hauptsächlich spielt dieser Roman in Bayern, denn hier wird mit einer Legende von Neuschwanstein gearbeitet und eine magische Welt mit Schwänen, die des nachts zu menschen werden, wird erzählt. Auch Feen, schwarze Ritter und viele Gefährliche Orte und Personen kommen während der Geschichte nicht zu kurz. Wobei dieser Roman sehr düster gehalten ist:
Größtenteils fällt während des geschehens Schnee und es ist bitterkalt, dann tauchen schwarze Schwäne, schwarze Ritter und ein schwarzes Pferd auf. Immer wieder findet Jasmyn eine schwarze Rose. Gepaart mit der düsteren Stimmung, die Ben jedes Mal an den Tag legt und der starken Trauer von Jasmyn, wegen des Todes von Liam, ist hier kaum ein Lichtblick zu sehen. Einzig Jasmyn selbst hebt sich, durch ihren Albinismus, von all dem ab und es entsteht ein doch sehr krasser Kontrast von schwarz und weiß.

Die Geschichte an sich ist nicht schlecht gewählt, denn ich habe bisher kein ähnliches Buch zu Gesicht bekommen. Das Problem ist einfach, dass der Leser erst ab der Hälfte des Buches auf spannungendes trifft, denn vorher wird alles von Jasmyns - durchaus berechtigten - Trauer überschattet. Erst in der zweiten Hälfte des Buches geht es langsam voran, wobei auch hier erst einmal nur schleppend. Wie ich feststellen musste, sind viele Dinge sehr vorhersehbar geschrieben und auch das Ende war keine Überraschung, denn ein aufmerksamer Leser konnte sich denken worauf es hinausläuft. Lediglich das WIE des Endes war auch mir bis dahin unklar.

Ich persönlich hatte so meine schwierigkeiten mit dem Schreibstil der Autorin. So klingen beispielsweise die Dialoge - zumindest noch am Anfang - sehr abgehackt und gestellt, sodass es mir manchmal den Spaß am lesen nahm. Im Nachhinein kann ich sagen, dass mir das Buch gefallen hat, dennoch würde ich es nicht noch einmal lesen wollen, denn die schleppende Umsetzung wirkt schnell ermüdent. Trotzdem ist dies eines der wenigen Büchern mit einer innovativen Idee und wer sich sich daran wagt wird vielleicht sogar mehr gefallen daran finden als ich selbst.


3/5 Sternen.


Informationen zum Buch
  • Autor: Alex Bell
  • Gebundene Ausgabe: 400 Seiten
  • Verlag: Rowohlt Polaris
  • Preis: 14,95 €