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12/01/2012

Frostzauber ~ Magische Liebesgeschichten - Tanja Heitmann, Lilach Mer, Mechthild Gläser, Gesa Schwartz, Antonia Michaelis, Jennifer Benkau


Kurzbeschreibung

Tanja Heitmann, Antonia Michaelis, Gesa Schwartz und andere Autorinnen verzaubern und verführen mit magischen Liebesgeschichten! Eine Nymphe, die in einem zugefrorenen Fluss auf den Liebsten wartet, der sie befreit; ein junger Mann ohne Gestern und Morgen, der nur durch die Tränen einer Liebenden in der Silvesternacht von seinem tragischen Schicksal erlöst werden kann; eine Elfe, zart und zerbrechlich, die die Kraft der Ewigkeit in sich trägt – diese und viele weitere Geschichten laden ein zu einer spannenden Reise voll großer Gefühle!

(Quelle: Amazon.de)

Unter dem Frosthauch - Tanja Heitmann

Diese Geschichte handelt um Mato, der aus den großen Städten flieht um bei seinen Großeltern auf dem Hof zu leben. Es ist Winter und der Junge hält es im Haus nicht aus - es zieht ihn nach draußen zum Eis und muss entdecken, dass das was eigentlich eine Sage sein sollte der Wirklichkeit entspricht.

Sprachlich ist diese Geschichte recht einfach gehalten und enthält durchaus ein winterliches Wunder, doch fehlt es hier an Spannung. Das Geschehen plätschert nur so dahin und bevor es wirklich interessant werden kann ist die Geschichte auch schon beendet. Leider bleibt auch das Ende eher unbeantwortet und lässt dem Leser einiges an freiheit zur Interpretation. Hat die Liebe hier eine wahre Chance oder ist sie zeitlich gebunden? Wer weiß das schon ...

Cirque Mer - Lilach Mer

Der Krieg ist beendet. Es ist Silvesterabend und die Menschen feiern ausgiebig auf den Straßen Frankreichs. Nur Marja ist allein ... sie vermisst Anna, sie vermisst Russland. Doch dann erhält sie eine Einladung in den unglaublisten Zirkus der Welt.

Marjas Traurigkeit und Einsamkeit ist geradezu greifbar, doch wird sie abgelöst von einer unglaublichen Faszination in diesem noch unfassbaren Zirkus mit dem blauen Nebel. Der fremde Junge, die blauen Flügel, die Hoffnung. Doch Mitternacht ist nicht fern und sie muss aufsteigen um IHN zu retten. Eine schöne Geschichte über die Hoffnung, doch ist auch hier das Ende ein wenig unbefriedigend.

Die gefrorene Zeit - Mechthild Gläser

Hannah kennt Tom seit sie ein kleines Mädchen ist und ist heute noch genau wie vor all den Jahren. Eingefroren. Gefangen. Verliebt. Vor drei Wochen hat er sie zum ersten Mal geküsst und seitdem schweben die beiden auf Wolke Sieben. Doch ist es nicht Toms Zeit ...

Eine wundervolle und zugleich traurige Geschichte um einen unfreiwilligen Zeitreisenden und seine beste und längste Freundin in dieser Zeit. Die Autorin reißt den Leser emotional komplett mit und da kann es schon mal vorkommen, dass die ein oder andere Träne fließen. Hat die Liebe eine Chance oder ist das Glück zeitlich begrenzt?

Jenseits des Lichts - Gesa Schwartz

Thordis verbringt die Weihnachtszeit zusammen mit ihrer Familie am liebsten Ort ihres verstorbenen Vaters und begibt sich auf Erkundungstour in den Wald. Eines Nachts ziehen sie die Schatten mehr an denn je und als sie es nicht länger aushält verlässt sie das Haus in den düsteren, verschneiten Wald. Dort trifft sie ... ihn.

Diese Geschichte ist hingegen zu den anderen schwerer zu lesen. Sie ist sprachlich sehr verschnörkelt und erfordert die volle Aufmerksamkeit des Lesers um auch ja nichts zu verpassen. Dennoch ist das Thema wirklich interessant und vielversprechend, denn wenn die Dunkelheit nicht gleich Tod bedeutet und dem Licht zusagt kann Thordis gerettet werden. Und so verliert nicht nur sie ihr Herz ...

Preußischblau - Antonia Michaelis

Der Einsame Brettspielemacher wünscht sich von der winterlichen Sternschnuppe nur eines: Geliebt zu werden.

Eine Geschichte der selbst gewählten Einsamkeit und der schicksalhaften Begegnung. Wobei die Moral von der Geschichte ein wenig merkwürdig scheint um eine wahre Liebesgeschichte zu sein ist sie tragisch traurig. Wer alles für die Liebe opfert wird ... ja, was? Sterben?

Das Lied des Eiswolfs - Jennifer Benkau

Lesla ist einsam in Gesellschaft, nur scheint dies keiner zu bemerken. Sie verschließt sich, damit niemand bemerkt, dass sie eine wahre Außenseiterin ist ... doch dann nimmt ihr beinhae ein Eiswolf das Leben, als sie vor einer nächsten Begegnung mit dem charmanten Fynn flüchtet. Sie ist ja so ein Feigling.

Eine Geschichte über Selbstfindung und Kennenlernen. Du denkst jemanden zu kennen und doch weißt du gar nichts und so muss Lesla lernen, dass Menschen nicht gleich das offensichtliche bedeuten. Mit Fynn an ihrer Seite erkennt sie mehr als das offensichtliche.
Eine wunderschöne Geschichte darüber, wie ein junges Mädchen im Winterland zu sich selbst findet und somit auch ihre Liebe.

Fazit

Auch, wenn bei einigen Geschichten das Ende etwas unbefriedigend und offen ist werden die Geschichten immer besser. Es lohnt sich also sich in diese verschiedensten winterlichen Liebesgeschichten entführen zu lassen und so viele verschiedene Facetten der Liebe kennen zu lernen. Von unschuldig, rein ... bis in den Tod.

4/5 Sternen.

Informationen zum Buch
  • div. Autoren
  • Verlag: Rororo
  • Taschenbuch: 192 Seiten
  • Preis: 8,99 €

4/26/2012

Schattenblüte 02. Die Wächter - Nora Melling

Eine Weile liegen wir stumm nebeneinander. Sprachlos. Ich spüre, wie seine Wärme durch mich fließt, an den Stellen, an denen unsere Haut sich berührt. Wie mein Herz ihn liebt und mein Kopf nicht damit klar kommt.
(Seite 76)
Kurzbeschreibung

Ein uralter Kampf. Eine unsterbliche Liebe. Silvester in Berlin. Noch einmal sind Luisa und Thursen zurückgekehrt in den Wald. Dorthin, wo ihre Liebe begann, als Thursen noch ein Werwolf war. Luisa möchte den Tod ihres Bruders hinter sich lassen, endlich wieder glücklich sein. Doch die Vergangenheit holt sie ein: Während überall ausgelassen gefeiert wird, stoßen sie auf eine übel zugerichtete Leiche. Thursen weiß sofort: Dafür ist einer der Wölfe aus seinem alten Rudel verantwortlich. Während er immer öfter im Wald verschwindet, bleibt Luisa allein zurück. Dann lernt sie Elias kennen. Ist ihre Liebe zu Thursen stark genug? Luisa ahnt nicht, dass Thursen und Elias ein schreckliches Geheimnis verbindet ...

Autor


Nora Melling wurde 1964 in Hamburg geboren. Schon als Kind liebte sie es, phantastische Geschichten zu erfinden. Doch erst einmal machte sie eine kaufmännische Ausbildung und zog zum Studium nach Berlin, bevor sie sich den Traum erfüllte, ihren ersten Roman zu schreiben. Heute lebt sie mit ihrem Mann und vier Kindern in Berlin-Zehlendorf und geht oft im Grunewald spazieren, wo sich auch ihre Werwölfe tummeln.

(Quellen: Amazon.de)


Fazit

Thursen ist nun kein Werwolf mehr, denn Luisa hatte nun schon im letzten Band seinen wahren Namen herausgefunden und ihn somit zurück Verwandeln können. Doch wer glaub, dass sich dadurch alles direkt zum Guten wendet und eitler Sonnenschein herrscht hat sich geschnitten. Thursen ist nun wieder ein Mensch und kann sich nun nicht mehr in seine Wolfsgestalt flüchten, wenn ihn die Emotionen übermannen und damit muss er erst einmal klar kommen. Nicht einfach, wenn man sich vorstellt schon lange beispielsweise keine Trauer gefühlt zu haben und so trifft ihn nun eine Bandbreite von Emotionen. Auch seine Taten als Werwolf, die ja nun weniger rosig waren, machen es ihm nicht leichter.

Dieser Roman besteht aus harter Realität. Was am Ende des letzten Bandes noch als Happy End schien ist nun beinahe ein Fluch oder zumindest eine bittere Hürde, die unser Liebespaar überwinden muss. Und es ist nicht immer einfach. Oft fühlt Luisa sich allein gelassen und gerät ohne Thursens Rückhalt wieder zurück in ihr eigenes Emotionschaos. Und in einer verlorernen Stunde lernt sie Elias kennen, der ihren Mut und Einsatz wirklich schätzt..

Ein bisschen irritierend fand ich den Klapptext, denn es klingt eher nach einer sich anbahnenden 0-8-15 Dreieicksbeziehung. Doch schnell ist klar, dass Luisa nur Thursen liebt und es nichts gibt, was das ändern kann. Keine Klischeehafte und ausgelutschte Beziehungskiste also - beruhigend. Was nicht heißt, dass Elias nicht mit seinem Aussehen imponieren kann, denn der Shinanim - ein Nachfahre von Engeln, ein Flügelloser, ein Wächter - scheint durchaus ein Mädchenschwarm zu sein mit seinen blonden Haaren und strahlend blauen Augen. Auch Thursen macht sich ein um's andere Mal sorgen Luisa an ihn zu verlieren, doch weiß der Trottel es wohl einfach nicht besser.. er ist einfach eifersüchtig.

Doch wie schon erwähnt gibt es keinen eitlen Sonnenscheint, denn - wie aus Band eins Die Verlorenen bekannt - ist auch hier die Stimmung eher düster. Es haftet dem Ganzen einfach eine Einzigartigkeit an, die nur Nora Melling in ihre Bücher einzubringen scheint. Und so schockiert sie nicht nur damit, dass - mein persönlicher Liebling - Thursen nur wenige Auftritte hat, sondern schickt Luisa genau in die Richtung, die sie geschworen hat niemals freiwillig zu wählen. Außer, dass Luisas Schicksal unbekannt ist, und bleibt, und der Roman mit einem echt miesen Cliffhanger endet - aber wann war ein Cliffhanger jemals nicht mies?! - ist es ein unglaubliches Auf und Ab der Stimmungen unter den Charakteren. Sehr facettenreich und, ja, gar schwierig, gestaltet die Autorin vor allem die Beziehung von Luisa und Thursen. Nicht selten endete ein Kapitel für mich mit Unglauben und/oder gar Schnappatmung. Dennoch ist es genau das, was den Roman so gut macht und mir das Leben der Protagonisten bahnahe vor Augen davonfliegen lässt ohne, dass ich es wirklich bemerke.

Was mich allerdings immer sehr stutzig gemacht hat war, dass Elias immernoch von Thursen als Leitwolf redet. Verständlich, er weiß nicht, dass Thursen nun ein Mensch ist und das Rudel einen neuen Leitwolf hat, aber Luisa verbessert ihn niemals. Sagt nichts dazu und lässt Elias in seinen Schimpftriaden, auf Thusen dem Leitwolf, freien Lauf. Das hat mich teilweise echt genervt und ich dachte: "Hey, Mädchen, sag doch was! Er redet immerhin von deinem Freund. Deiner großen Liebe!"

Und, apropos Protagonisten: Besagter Elias, der Shinanim, bekommt seinen ganz eigenen Part. Denn diese Nachkommen von Engel, speziell die Gruppe, die er gründet, sind die Wächter auf welche sich der Titel dieses Buches bezieht. Schutzengel.
Es öffnet sich dem Leser neben der Wolfswelt also eine ganz neue, andere Welt. Für mich persönlich war das sehr überraschend, denn ich habe mit so etwas bestimmt nicht gerechnet. Nicht, dass das schlecht ist. Nur ... ungewöhnlich. Und nun kann ich es kaum abwarten, dass es weiter geht, denn wie gesagt: Echt mieser Cliffhanger!

4,5/5 Sternen.

 
Vielen herzlichen Dank an Rowohlt Polaris für die Bereitstellung dieses Rezensionsexemplars.

Informationen zur Reihe
1. Die Verborgenen
2. Die Wächter

Informationen zum Buch
Autor: Nora Melling
Broschiert: 320 Seiten
Verlag: Rowohlt Polaris
Preis: 14,95 € 

3/09/2012

Everlasting: Der Mann, der aus der Zeit fiel - Holly-Jane Rahlens

Kurzbeschreibung

Man schreibt das Jahr 2264.
Gefühle sind unerwünscht, die Liebe ist ausgestorben. Die Geburtenrate ist gefährlich gesunken. Der junge Historiker und Sprachwissenschaftler Finn Nordstrom, Spezialist für die inzwischen tote Sprache Deutsch, erhält den Auftrag, die 250 Jahre alten Tagebücher eines jungen Mädchens aus dem Berlin des 21. Jahrhunderts zu übersetzen. Öde, findet er. Und albern. Doch dann ist er zunehmend fasziniert von dem Mädchen, das quasi vor seinen Augen erwachsen wird.

Schließlich soll Finn in einem Virtual-Reality-Spiel in der Zeit zurückreisen, um das Mädchen zu treffen. Ohne es zu wissen, wird er damit zum Versuchskaninchen der Spieleentwickler. Warum schicken sie ausgerechnet ihn, den Fachmann für tote Sprachen, in die Zeit kurz vor Ausbruch der Großen Epidemie? Und was ist das für ein sonderbares Gefühl, das ihn überkommt, wenn er der jungen Frau begegnet?

Bald muss Finn sich entscheiden – für die Liebe oder für die Zukunft ...

Autor

Holly-Jane Rahlens kam nach dem Studium der Literaturwissenschaft und Theater Arts aus ihrer Heimatstadt New York nach Berlin. Mit Funkerzählungen, Hörspielen und Solo-Bühnenshows machte sie sich dort in den achtziger und neunziger Jahren einen Namen. Außerdem arbeitete sie als Journalistin, Radiomoderatorin und Regisseurin. Ihr Jugendbuch «Prinz William, Maximilian Minsky und ich»  (2003 mit dem Deutschen Jugendliteraturpreis ausgezeichnet) kam 2007 in einer Drehbuchadaption der Autorin ins Kino. Sie lebt heute mit Mann und Sohn in Berlin-Charlottenburg.

(Quellen: Rowohlt.de)


Fazit

Ich weiß weder so recht wo ich beginnen soll, noch ob ich die richtigen Worte finde um zu erklären was genau mich so begeistert hat und wieso. Aber ich werde es versuchen und hoffe, dass ich euch verständlich machen kann, wieso dieses Buch einzigartig ist und was genau seinen Charm ausmacht.

Wenn ich nach dem Buch gehen würde, müsste ich nun beginnen mit "DIESER LESER EMPFIEHLT ...", doch das würde einige von euch sicherlich etwas irritieren. Nun denn ...

Everlasting beginnt sehr detailreich und der Leser wird mit dem Deutschland im Jahre 2264 konfrontiert. Nichts ist mehr so wie wir es jetzt kennen: Deutsch ist eine ausgestorbene Sprache und die Welt wurde durch den "Dark Winter" nahezu zerstört, was dazu führt, dass beispielsweise Bauwerke aus unserer Zeit fast nicht mehr bestehen und Bücher (oder überhaupt Texte) Mangelware sind. Mitlerweile läuft alles über Computer, allerdings nicht so wie wir sie kennen. Jeder ist im Jahre 2264 mit einen Brain Button (BB) ausgestattet. Dieser ist direkt in den Kopf implantiert und ermöglicht sowohl Kommunikation als auch direkte Zahlung per Überweisung und anderes. Niemand schreibt mehr per Hand - niemand kann es mehr, außer einige wenige die es für ihre Arbeit brauchen oder auch einige sogenannte Forester.

Eingeführt wird der Leser in Finns Leben und so werden all diese Dinge auch in Erfahrung gebracht. Vor allem zeichnet sich der Stil der Autorin besonders durch ihre detailgetreuen Ausführungen aus, was mich Anfangs etwas genervt hat - ich kanne es gar nicht anders nennen. Es kam mir alles so langwierig vor und ich hatte anfangs Probleme damit mich auf all das Neue zu konzentrieren, denn es stürmte nur so auf mich ein. Vor allem da mir bewusst war, dass es auf eine Liebesgeschichte hinausläuft war ich ungeduldig darauf endlich etwas davon zu erfahren. Nun, im nachhinein weiß ich wie wichtig diese detailgenauen Beschreibungen wirklich sind und wozu der Leser die genaue Beschaffenheit eines Füllers mit Gravur oder auch Geschichten von Finns Vorfahren haben musste. Denn es hängt letztendlich alles zusammen und genau das hat beim lesen schlussendlich richtig Spaß gemacht! Diese Art mitzudenken und zu kombinieren - ohne, dass es zu vorhersehbar war oder auch nur zu schwierig.

Finn, der Hauptcharakter, ist Ausgangspunkt von allem. Er lebt in dieser uns unbekannten Zukunft und ist Teil der Menschen, die die erste Person Singular aus ihrem Wortschatz verbannt hat um die Gemeinschaft zu fördern. So heißt es nicht mehr "ich", "mich", "mir" oder "meins" sondern wird von sich selbst in der dritten Person gesprochen. Dies stellt vor allem eine Besonderheit dar, da ich persönlich es so noch nie in einem Buch gelesen habe und es war auch mehr als ungewöhnlich Dialoge in diesem Stil zu lesen. Doch nach und nach stellt Finn such die Frage: Wie sagt man dann "Ich liebe Dich"?

Wirklich interessant mitzuerleben ist es, wenn Finn endlich die Tagebücher zu lesen bekommt. Oftmals bekommt auch der Leser Ausschnitte davon zu lesen und erlebt so hautnah mit wie Finn das junge Mädchen von 13 Jahren kennenlernt und Symphatien für sie entwickelt, sowie miterlebt wie sie älter wird und sich entwickelt. All das passiert schon bevor die beiden sich überhaupt zum ersten Mal treffen und so weiß Finn von Anfang an sehr viele Details von ihr.
Das Treffen ist etwas besonderes, vor allem da Finn noch immer der Meinung ist er würde ein einfaches Spiel testen - was ihm ja auch gesagt wurde. Bis er die Buchhandlung sieht von der er bereits im Tagebuch des Mädchens gelesen hat und wie soll es auch anders sein: Genau an dem Datum dort ist, an dem auch das Mädchen sich dort aufhält - laut Tagebuch. Und so langsam beginnt er sich Gedanken zu machen ... denn es gibt zu viele Zufälle, zu viele Übereinstimmungen mit dem Tagebuch - und er lernt sie sogar kennen, die 13-jährige Eliana!

Eliana lernt der Leser vorerst, genau wie Finn, nur durch die Tagebucheinträge kennen. Durch Finns Zeitreisen wird auch das Bild, das die Autorin von ihr schafft, klarer und sie gewinnt immer mehr an Charakter. Dass die Liebesgeschichte der beiden sich nach und nach anbahnt und nicht überschlägt ist absolut wichtig, wenn man bendenkt, dass sie bei der ersten Begegnung 13 Jahre und Finn 26 Jahre alt ist. Und genau das schafft Holly-Jane Rahles in ihrem Roman.
Ein wenig hat es mich an "Die Frau des Zeitreisenden" erinnert, denn auch hier bleibt Finn noch immer 26 Jahre alt und es vergehen bei ihm beispielsweise nur 2 Wochen bis zur nächsten Zeitreise, doch dann ist Eliana bereits viel älter geworden. Es ist nicht einfach zu beschreiben, ich gebe es zu, man sollte es gelesen haben.

So schön die Liebesgeschichte auch ist und sich nach und nach entwickelt, bleibt doch immer wieder die Frage: Wie soll das klappen? Finn wird irgendwann aufhören mit den Zeitreisen, in Elianas Zeit beginnt irgendwann der "Dark Winter" - die zwei leben einfach zwei Leben 250 Jahre entfernt. (Zeit als Entfernungsmesser? Kann man das so sagen?)
Natürlich gibt es noch vieles mehr was die Geschichte so einzigartig macht, aber vor allem kann ich sagen, dass es seit langem die erste Liebesgeschichte ist die mich richtig berührt hat. Ich konnte es meist nicht erwarten, dass Finn entweder mehr von Elianas Tagebucheinträgen liest oder sie endlich wiedertrifft. Und wenn man die Geschehnisse mal aus Elianas Sicht betrachtet: Sie sieht Finn oftmals Jahrelang nicht und dennoch schafft sie es sich in ihn zu verlieben. Einfach wundervoll romantisch und nicht ganz ohne Probleme ...
"Ein Leben ohne ihn ist wie ein falsches Leben im richtigen."
Trotz anfänglicher Skepsis hat mich dieses Buch wirklich berührt und begeistert und bin würde es jedem gerne weiterempfehlen, der auch nur ansatzweise auf eine absolut ungewöhnliche Liebesgeschichte, in einer ungewöhnlichen Welt, mit gewissen Hindernissen steht.

5/5 Sternen!


Vielen herzlichen dank an den Rowohlt Verlag für die Bereitstellung dieses wundervollen Leseexemplars!

Informationen zum Buch
  • Autor: Holly-Jane Rahlens
  • Broschiert: 432 Seiten
  • Verlag: Wunderlich
  • Preis: 14,95 €

2/16/2012

Schattenblüte 01. Die Verborgenen - Nora Melling

Kurzbeschreibung

Eine Liebe, stärker als der Tod

Seit dem Tod ihres Bruders ist für Luisa nichts mehr, wie es war. Sie beschließt zu sterben. Aber kurz vor dem letzten Schritt hält jemand sie auf: Thursen nennt sich der Junge mit den ­geheimnisvollen Schattenaugen. Mit einer Gruppe ­Jugendlicher lebt er im Wald, und er spürt Luisas Schmerz. Die «Verborgenen» können ihre Gestalt ändern: Sie sind ­Werwölfe. Mit jeder Verwandlung wird Thursen mehr zum Tier - und die Erinnerungen an sein vorheriges Leben verblassen. Bald wird er ganz Wolf sein. Dann hat Luisa auch ihn verloren. Für ihre große Liebe ­würde sie alles tun. Doch reicht das, um Thursen zu retten?

Autor

Nora Melling wurde 1964 in Hamburg geboren. Schon als Kind liebte sie es, phantastische Geschichten zu erfinden. Doch erst einmal machte sie eine kaufmännische Ausbildung und zog zum Studium nach Berlin, bevor sie sich den Traum erfüllte, ihren ersten Roman zu schreiben. Heute lebt sie mit ihrem Mann und vier Kindern in Berlin-Zehlendorf und geht oft im Grunewald spazieren, wo sich auch ihre Werwölfe tummeln.

(Quelle: Amazon.de)

Fazit

Ich muss zugeben, dass ich die ersten 50 Seiten wirklich ein bisschen skeptisch war, ob mir das Buch wirklich gefallen wird, denn mir fiel direkt der Schreibstil auf. Außergewöhnlich. Anders. Die Autorin, Nora Melling, schreibt gerne in kurzen Sätzen, die dennoch sehr aussagekräftig sind. Das sieht man nicht oft, finde ich, jedenfalls wüsste ich auf anhieb nicht, wo es mir so oder ähnlich schon einmal untergekommen ist. Doch das ist nicht alles. Ich habe eine Zeit lang überlegt, was genau mir so "anders" vorkommen während ich lese und es hat etwas gedauert bis ich den Finger drauflegen konnte: Es gibt keinen Konjunktiv! Und dadurch, dass der gesamte Roman in der Gegenwartsform und aus Luisas Sicht geschrieben ist wird genau dies an vielen Stellen sichtbar.

Doch je mehr ich las, desto besser gefiel mir die Geschichte. Selbst Luisa als Protagonistin konnte ich nach und nach besser verstehen und ihre - manchmal ein wenig sprunghafen - Gedanken folgen. Nur Thursen, dem Werwolf, gegenüber verhält sie sich gerne sehr wankelmütig. Dem Leser wird schnell klar, dass sie ihn sehr gern hat, auch wenn niemals über Liebe gesprochen wird und dennoch stößt sie ihn bei jeder Kleinigkeit von sich. "Ich will dich nie wieder sehen." Und im nächsten Moment fällt sie ihm wieder um den Hals. Das passiert einmal, zweimal, dreimal, ... und es hat mich schlussendlich schon etwas gestört. Allerdings kann sie sehr froh sein, dass Thursen eher ein sehr geduldiger Mensch/Werwolf ist oder, dass er sie einfach nur sehr gern hat.

Die Idee mit den Verborgenen ist nicht ganz neu. Sie sind Werwölfe, die nach und nach verblassen und immer mehr vergessen wer sie einmal waren, bis sie irgendwann nicht mehr zum Mensch werden können, sondern sich an ihren Wolf verlieren. Dieser letzte Teil erinnert mich direkt an die Wolf-Trilogie von Maggie Stiefvater und auch, dass Luisa alles versucht genau dies bei Thursen zu verändern ist mir nicht neu. Aber da hören die Gemeinsamkeiten auch schon auf. Was die Wölfe hier zu dem macht was sie sind ist "Vergessen", heißt: Sie haben allesamt schlimmes erlebt und wollten sich selbst das Leben nehmen und stießen dann auf's Rudel, die dann helfen zu einem Wolf zu werden. Um zu vergessen!

Leider wurde nicht genannt, wieso die Wölfe zu Wölfen werden und es ist wenig von irgendeiner Magie im Spiel. Mich hätte es brennend interessiert woher die Wölfe kommen. Allerdings macht der Schauplatz das ganze Geschehen recht realitätsnah, denn es spielt alles in Berlin. Die Wölfe leben im Grunewald und auch Luisa ist somit oft dort.
Die Verborgenen ist ein recht düsterer, von Trauer überschatteter Roman, denn nicht nur Luisa hat mich ihren eigenen Dämonen - dem Tod ihres Bruders - zu kämpfen, auch die anderen Werwölfe haben jeder seine eigene schreckliche Vergangenheit, auch wenn sie vergessen ... Gerade der Tod ist ein sehr greifbares Thema.

An einigen wenigen Stellen waren mir die Dialoge leider ein wenig flach. Das fällt vor allem dann auf, denn man als Leser in die Geschichte vertieft ist und dann plötzlich alles in Stottern gerät. Aber wie gesagt, es ist selten und von daher annehmbar.

Eine ausgeklügelte Idee von Werwölfe die vergessen und verblassen, von einer scheinbar aussichtslosen und unschuldigen Liebe, von Trauer, Schmerz und Angst. Lerne die Macht von Namen kennen, die die Farbe und das Leben zurück bringt und die verborgenen zurückbringt. Ob sie es wollen ... oder nicht.
Bis auf ein paar kleinigkeiten die mir nicht so gut gefallen haben, hat mich die Idee, der Schreibstil und alles daran doch sehr positiv überrascht. Ich bin wirklich gespannt wie es weitergeht um Luisa und ihrem Thursen - oder sollte ich sagen: Lars?!

Ich gehe diesem Buch 4/5 Sternen.



Vielen herzlichen Dank an Rowohlt Polaris für die Bereitstellung dieses Rezensionsexemplars. 
 
Informationen zur Reihe
1. Die Verborgenen
2. Die Wächter

Informationen zum Buch
Autor: Nora Melling
Taschenbuch: 352 Seiten
Verlag: Rowohlt Polaris
Preis: 14,95 € 

1/06/2012

[Gastrezension] Meerestochter - Serena David

Klapptext

Das Meer war ihr Schicksal. In Vollmondnächten bekommen Meerjungfrauen, was immer sie sich wünschen. Für wenige Stunden können sie sogar unter Menschen wandeln. In einer dieser Nächte verliebt sich die Meerjungfrau Ondra unsterblich: Adrian, der eigentlich in London studiert, verbringt seine Semesterferien in dem kleinen schottischen Küstenstädtchen. Für ihre große Liebe ist Ondra bereit, das Undenkbare zu wagen – sie will Mensch werden. Doch als eine Wasserleiche an den Strand gespült wird und Adrian in Verdacht gerät, etwas mit dem Mord zu tun zu haben, wird die ungleiche Liebe auf eine harte Probe gestellt ...

 


Inhalt

Ondra, die Tochter des Meerkönigs, verwandelt sich (wie schon vermutet) aus Liebe zu Adrian in einen Menschen. Ein wenig verwirrt mit ihrem neuen Dasein irrt sie durch die kleine Hafenstadt Broxton wo Adrian sie dann auch findet und zu sich nimmt. Er verliebt sich sofort und will sie nicht mehr gehen lassen.  Jedoch treten noch einige Schwierigkeiten auf…
Während dessen wird der Leichnam einer jungen Frau an die Küste gespült und die Ermittlungen beginnen. Ganz Broxton steht unter Verdacht und wie das in kleinen Hafenstädten an der englischen Südküste ist werden die Außenstehenden zu Hauptverdächtigen. Somit wird Adrian unter anderem zu einem dieser Hauptverdächtigen und damit erpressbar…
Nach einem Hin und Her der Gefühle kommt es nach einem erstaunlichen Finale zu einem erwarteten Happy End.

Meinung

Es ist immer eine interessante Kombination, wenn Krimis auf Märchen treffen. Und in der Vergangenheit wurde auch schon bewiesen, dass das Ergebnis unerwartet fesselnd sein kann. Die Idee der Autorin die kleine Meerjungfrau in einen kaltblütigen Mord und viele andere Intrigen zu verwickeln ist ein guter Ansatz. Auch erschafft sie einen sehr gelungen Handlungsstrag.
Jedoch kam es mir beim Lesen so vor, als ob die Geschichte in die kleinen Kapitel gezwängt wurde und die Elemente sich nicht entfalten konnten.  Die Krimielemente waren raffiniert und fesselnd, aber das Mysterium um die kleine Meerjungfrau wurde meiner Meinung nach nicht genug ausgeschöpft.
Außerdem sind Charaktere viel zu sprunghaft. Entweder rennen sie unentschlossen durch die Gegend oder ihre Gefühle ändern sich in jedem zweiten Kapitel, ähnlich wie bei einer Schwangerschaft. Auch kann man nur eine schwerfällige Entwicklung der Protagonisten (Ondra,Adiran) feststellen. Vor allem Adrian fehlen feste Charakterzüge.
Jedoch schafft es die Autorin von der nur gesagt wird, dass sie eine sehr erfolgreiche historische Romanautorin ist unter dem Pseudonym Serena David schreibt, mit einer Prise Humor das Buch besser zu machen.

„Ich heiße...“ sie zögerte. Doch dann holte sie (Ondra) tief Luft und sagte in einem schnellen Atemzug: „Fischereigenossenschaft Süd.“
„Was?“, entfuhr es ihm(Adrian).
Fazit

Als ich den Klapptext gelesen habe, war sehr neugierig auf die Geschichte. Leider hat es meine Erwartungen nicht ganz getroffen. Daher kann ich diesem Buch nicht mehr als 3/5 Sternen geben.

Vielen herzlichen Dank an den rororo Verlag für die Bereitstellung dieses Rezensionsexemplars.

Informationen zum Buch

Autor: Serena David
Taschenbuch: 368 Seiten
Verlag: rororo
Preis: 8,99 €

geschrieben von: Doreen W.

11/26/2011

Jasmyn - Alex Bell

Kurzbeschreibung

Und vom Himmel fielen schwarze Schwäne. Als ihr Ehemann Liam stirbt, zerbricht für Jasmyn eine Welt. Doch für Trauer bleibt wenig Zeit. Unheimliche Dinge geschehen: Bei der Beerdigung fallen aus den Wolken fünf schwarze Schwäne auf das Grab. Liams Eltern meiden Jasmyn plötzlich, ein Fremder bricht in ihr Haus ein, ohne etwas zu stehlen. Jasmyn beginnt, sich zu fragen, wie gut sie ihren Mann kannte. Und was er vor ihr verborgen hat. Die Suche nach Antworten führt sie in eine Welt dunkler Magie, alter Legenden und mitten in einen erbitterten Kampf zweier Brüder.
 

Autor

Alex Bell, geboren 1986, träumte schon als Kind davon, Schriftstellerin zu werden. Um einen Plan B zu haben, studierte sie aber erst einmal Jura. Nebenbei schrieb sie an ihrem ersten Roman. Heute lebt sie als freie Schrifstellerin zusammen mit fünf Katzen, zwei Schildkröten und einem Hund in Hampshire.

(Quelle: Amazon.de)

Inhalt

Bei der Beerdigung von Jasmyns Ehemann Liam fallen tote, schwarze Schwäne vom Himmel. Geschockt verlassen die Gäste darauf das Geschehen und niemand scheint weiter Notiz davon zu nehmen. Als dann immer mehr merkwürdige Dinge geschehen, will Jasmyn herausfinden was überhaupt los ist und versucht Liams Bruder zu erreichen: Ben. Kein sehr netter Zeitgenosse, wie dem Leser scheinen will und er blockt alle von Jasmyns Versuchen etwas zu erfahren ab. Als sie Ben dann allerdings erzählt, dass ein alter Bekannter von Liam und ihm bei ihr zu hause gewesen sei - und sie eigentlich nur wissen wollte wer das war - dreht Ben praktisch durch und scheint endlich bereit zu sein ihr etwas über die Geschehnisse zu erzählen. Das Misstrauen, dass alle um sie herum ihrem verstorbenen geliebten entgegenbringen scheint sie schier zu zerreißen und immer öffter flüchtet sie sich in ihre Geigenmusik. Doch sie weigert sich auch nur ein schlechtes Wort über Liam zu glauben.
Doch dann wird sie hineingezogen in den Sog aus Legenden und dunkler Magie. Und wieder einmal weiß Ben mehr als er preisgibt. Nur: Warum sagt er ihr nicht einfach was hier gerade geschieht?

Fazit

Angezogen von der Aufmachung des Buches und natürlich dem - wie ich finde - etwas ungewöhnlichen Klapptext, habe ich mich also an dieses Buch begeben.
Im Prolog wird der Leser darauf hingewiesen, dass er eine solche Geschichte noch nie gelesen habe und sich auf etwas magisches und absolut mitreißend Anderes einstellen solle. Gesagt, getan.

Jasmyn ist gerade verwitwet und trauert sehr stark ihrem Liam hinterher, denn es ist für sie schier unmöglich zu verstehen, warum er hatte sterben müssen. Sie selbst wird einfach als völlig zerbrechlich dargestellt, sowohl durch ihr aussehen, als auch durch ihre herzzerreißende Trauer. Jasmyn ist ein Albino: Weißes Haar, weiße Haut, strahlend hellblaue Augen! Durch die herzzerreißende Trauer und ihre scheinbare Zerbrechlichkeit wird der Leser gepackt und von ihren Empfindungen mitgerissen. Unterstrichen mit der Tatsache, dass sie als Hauptprotagonistin in diesem Roman auch als Erzählendes-Ich auftritt kommen all diese Empfindungen gut beim Leser an.

Ben, der ebenfalls eine größere Rolle in diesem Roman einnimmt, ist eher der griesgrämige Typ. Er tritt Jasmyn lediglich feindseelig gegenüber und sollte er einmal einen netten Satz von sich geben oder eine nette Geste zeigen, so scheint er sich schnell wieder zu besinnen und zu seinem eigensinnigen, mürrischen Ich zurückzufinden.

Hauptsächlich spielt dieser Roman in Bayern, denn hier wird mit einer Legende von Neuschwanstein gearbeitet und eine magische Welt mit Schwänen, die des nachts zu menschen werden, wird erzählt. Auch Feen, schwarze Ritter und viele Gefährliche Orte und Personen kommen während der Geschichte nicht zu kurz. Wobei dieser Roman sehr düster gehalten ist:
Größtenteils fällt während des geschehens Schnee und es ist bitterkalt, dann tauchen schwarze Schwäne, schwarze Ritter und ein schwarzes Pferd auf. Immer wieder findet Jasmyn eine schwarze Rose. Gepaart mit der düsteren Stimmung, die Ben jedes Mal an den Tag legt und der starken Trauer von Jasmyn, wegen des Todes von Liam, ist hier kaum ein Lichtblick zu sehen. Einzig Jasmyn selbst hebt sich, durch ihren Albinismus, von all dem ab und es entsteht ein doch sehr krasser Kontrast von schwarz und weiß.

Die Geschichte an sich ist nicht schlecht gewählt, denn ich habe bisher kein ähnliches Buch zu Gesicht bekommen. Das Problem ist einfach, dass der Leser erst ab der Hälfte des Buches auf spannungendes trifft, denn vorher wird alles von Jasmyns - durchaus berechtigten - Trauer überschattet. Erst in der zweiten Hälfte des Buches geht es langsam voran, wobei auch hier erst einmal nur schleppend. Wie ich feststellen musste, sind viele Dinge sehr vorhersehbar geschrieben und auch das Ende war keine Überraschung, denn ein aufmerksamer Leser konnte sich denken worauf es hinausläuft. Lediglich das WIE des Endes war auch mir bis dahin unklar.

Ich persönlich hatte so meine schwierigkeiten mit dem Schreibstil der Autorin. So klingen beispielsweise die Dialoge - zumindest noch am Anfang - sehr abgehackt und gestellt, sodass es mir manchmal den Spaß am lesen nahm. Im Nachhinein kann ich sagen, dass mir das Buch gefallen hat, dennoch würde ich es nicht noch einmal lesen wollen, denn die schleppende Umsetzung wirkt schnell ermüdent. Trotzdem ist dies eines der wenigen Büchern mit einer innovativen Idee und wer sich sich daran wagt wird vielleicht sogar mehr gefallen daran finden als ich selbst.


3/5 Sternen.


Informationen zum Buch
  • Autor: Alex Bell
  • Gebundene Ausgabe: 400 Seiten
  • Verlag: Rowohlt Polaris
  • Preis: 14,95 €

10/24/2011

Stille Nacht. Magische Liebesgeschichten; Kurzgeschichtensammlung

Klapptext

TANJA HEITMANN • NINA BLAZON • MICHAELA F. HAMMESFAHR • NORA MELLING • GESA SCHWARTZ UND ANIKA BEER erzählen romantisch-schaurige Geschichten, in denen die Grenzen zwischen Menschen und Dämonen, Vampiren und allerlei anderen mystischen Gestalten durch die Liebe aufgehoben werden. Stille Nacht? Geheimnisvolle, magische Nacht!

Ein einsamer Vampir, der inmitten der verschneiten Wälder Finnlands auf ein geheimnisvollen Mädchen trifft; eine gefährlich-schöne Meergöttin, die den Jungen Abenteurern einer Grönlandexpedition den Kopf verdreht, und Geisterwölfe, die das Geschick einer tragischen Liebe verwandeln - diese und weitere wunderschöne Geschichten voll schicksalhafter Liebe, phantastischer Romantik und fesselnder Spannung entführen in faszinierende Welten und verzaubern.

Die Autoren

Tanja Heitmann wurde 1975 in Hannover geboren, studierte Politikwissenschaften und Germanistik und arbeitet in einer Literaturagentur. Sie lebt mit ihrer Familie auf dem Land.

Nina Blazon studierte Germanistik und Slavistik. Seit 2003 schreibt sie Kinder- und Jugendbücher in den Genres Fantasy, Historischer Roman und Krimi. Weitere Informationen auf www.ninablazon.de

Michaela F. Hammesfahr, geboren 1969 in der Nähe von Köln als Tochter der Schriftstellerin Petra Hammesfahr. Schon in meiner Jugend unterhielt ich meine jüngere Schwester beim gemeinsamen abendlichen Abwaschen mit Fantasiegeschichten. Nach dem Abitur zog es mich vom Rhein an die Elbe und von der Fantasie in die Wissenschaft. Ich studierte Biologie im Hamburg und arbeitete dort mehrere Jahre als Produktmanagerin im Medizinischen Marketing.
Nach der Geburt meines zweiten Kindes kehrte ich nicht mehr in diesen Beruf zurück.

Nora Melling wurde 1964 in Hamburg geboren. Schon als Kind liebte sie es, phantastische Geschichten zu erfinden. Doch erst einmal machte sie eine kaufmännische Ausbildung und zog zum Studium nach Berlin, bevor sie sich den Traum erfüllte, ihren ersten Roman zu schreiben. Heute lebt sie mit ihrem Mann und vier Kindern in Berlin-Zehlendorf und geht oft im Grunewald spazieren, wo sich auch ihre Werwölfe tummeln. Zuvor erschien bei Polaris "Schattenblüte. Die Verborgenen".

Gesa Schwartz wurde 1980 in Stade geboren. Sie hat Deutsche Philologie, Philosophie und Deutsch als Fremdsprache studiert. Ihr besonderes Interesse galt seit jeher dem Genre der Phantastik. Nach ihrem Abschluss begab sie sich auf eine einjährige Reise durch Europa auf den Spuren der alten Geschichtenerzähler. Sie lebt in der Nähe von Hamburg.

Anika Beer alias Franka Rubus, Jahrgang 1983, wuchs in einer kleinen Stadt am Teutoburger Wald auf. Sie hat Biologie studiert und legt nun ihren ersten Roman vor. Derzeit lebt Franka Rubus in Bielefeld.

(Quelle: Amazon.de > Informationen zu den Autoren)

Cover

Ich finde die Aufmachung sehr schön Winterlich, was perfekt zum Thema des aller Kurzgeschichten in diesem Buch passt. Und zwar: Weihnachten. Einzig das Mädchen auf dem Cover kommt mir etwas deprimiert vor und nich hätte dieses Bild nicht für das Cover einer Sammlung "Magischer Liebesgeschichten" gewählt. Dennoch ist es farblich super gewählt und kann mitsamt des verschnörkelten Titels dennoch als ein wenig träumerisch durchgehen.

Zum Buch

Unterschiedlicher könnten Geschichten gar nicht sein. Es tauchen die verschiedensten magischen Wesen auf und laden den Leser jedes Mal in eine neue unentdecke Welt ein. Die große Liebe, die bisher so unerfüllten Sehnsüchte - es ist von allem etwas dabei. Vampire, Werwölfe, Geister, ... es ist hier von jedem etwas dabei.

Ich war sehr überrascht wie unterschiedlich doch die schreibstile der einzelnen Autorinnen ist, das fiel mir bisher nicht sonderlich auf. Aber hier, eine Geschichte auf die nächste folgend, wird es durchaus deutlich, weshalb ich auch ein wenig gebraucht habe dieses Buch zu lesen, denn ich habe nach jeder Geschichte erst einmal eine Pause eingelegt. Was auch durchaus empfehlenswert ist.

Ich selber habe nicht jede der Geschichten gemocht. Natürlich sind die alle auf ihre eigene Art romantisch, magisch und einzigartig. Doch gerade dieser oben genannte Vergleich der Schreibstile hat mir deutlich klar gemacht, welches mir als ganzes zusagt und mich welcher Geschichte ich so meine schwierigkeiten hatte.

Alle sechs Kurzgeschichten in diesem Band sind durchaus einen Kauf Wert, vor allem Fans der einzelnen Autoren, sollten sich die jeweilige Kurzgeschichte nicht entgehen lassen.
Es ist überraschend, wie ein gleiches Thema so unterschiedlich umgesetzt wird und wie vielfältig die Art und Weise zu schreiben ist. Im direkten Vergleich bekommt der Leser gleich eine Hand voll gänsehautbringender und hoffnungslos romantische Geschichten um die magische Weihnachtszeit geboten.

Am allerbesten gefallen hat mir Gesa Schwartz' "Das Herz in der Dunkelheit". Mit einem touch von "Die schöne und das Biest" entspringt der Fantasy der Autorin hier eine ganz neue und eigene Version dessen. Einsamer. Düsterer. Magischer. Rührender.

Fazit 


Für einen Abend am Kamin, oder wahlweise an der Heizung, mit einem heißen Getränk zur einstimmung ist diese Sammlung ein Weihnachtliches Schätzchen, welches uns der Verlag hier bietet. Empfehlenswert vor allem an alle Fantasy-Fans.

Ich gebe diesem Buch 4,5/5 Sternen.


Informationen zum Buch
Autoren: Tanja Heitmann, Nina Blazon,
Michaela F. Hammersfahr, Nora Melling,
Gesa Schwartz, Anika Beer
Broschiert: 192 Seiten
Verlag: rororo
Preis: 12,99 €

10/15/2011

Sucht-Nachschub: Ich kaufe nichts!

Immer wieder kommt Sucht-Nachschub in's Haus und immer wieder sind es Rezensionsexemplare - zumindest seit einem halben Monat. *grins* Denn ich habe es wirklich geschafft diesen Monat noch kein Buch zu kaufen und ich bin auch wahnsinnig stolz drauf, aber ich denke nicht, dass das noch lange halten wird. Ich kenne mich ja.
Aber nun erst mal wieder zu meinen neusten zwei Schätzchen:

Stille Nacht. Magische Liebesgeschichten

TANJA HEITMANN • NINA BLAZON • MICHAELA F. HAMMESFAHR • NORA MELLING • GESA SCHWARTZ UND ANIKA BEER erzählen romantisch-schaurige Geschichten, in denen die Grenzen zwischen Menschen und Dämonen, Vampiren und allerlei anderen mystischen Gestalten durch die Liebe aufgehoben werden. Stille Nacht? Geheimnisvolle, magische Nacht! «Tanja Heitmann ist die deutsche Antwort auf Stephenie Meyer!» sat.1, frühstücksfernsehen 


Vielen Dank an Rowohlt zur Bereitstellung dieses Rezensionsexemplares.