11/26/2011

Jasmyn - Alex Bell

Kurzbeschreibung

Und vom Himmel fielen schwarze Schwäne. Als ihr Ehemann Liam stirbt, zerbricht für Jasmyn eine Welt. Doch für Trauer bleibt wenig Zeit. Unheimliche Dinge geschehen: Bei der Beerdigung fallen aus den Wolken fünf schwarze Schwäne auf das Grab. Liams Eltern meiden Jasmyn plötzlich, ein Fremder bricht in ihr Haus ein, ohne etwas zu stehlen. Jasmyn beginnt, sich zu fragen, wie gut sie ihren Mann kannte. Und was er vor ihr verborgen hat. Die Suche nach Antworten führt sie in eine Welt dunkler Magie, alter Legenden und mitten in einen erbitterten Kampf zweier Brüder.
 

Autor

Alex Bell, geboren 1986, träumte schon als Kind davon, Schriftstellerin zu werden. Um einen Plan B zu haben, studierte sie aber erst einmal Jura. Nebenbei schrieb sie an ihrem ersten Roman. Heute lebt sie als freie Schrifstellerin zusammen mit fünf Katzen, zwei Schildkröten und einem Hund in Hampshire.

(Quelle: Amazon.de)

Inhalt

Bei der Beerdigung von Jasmyns Ehemann Liam fallen tote, schwarze Schwäne vom Himmel. Geschockt verlassen die Gäste darauf das Geschehen und niemand scheint weiter Notiz davon zu nehmen. Als dann immer mehr merkwürdige Dinge geschehen, will Jasmyn herausfinden was überhaupt los ist und versucht Liams Bruder zu erreichen: Ben. Kein sehr netter Zeitgenosse, wie dem Leser scheinen will und er blockt alle von Jasmyns Versuchen etwas zu erfahren ab. Als sie Ben dann allerdings erzählt, dass ein alter Bekannter von Liam und ihm bei ihr zu hause gewesen sei - und sie eigentlich nur wissen wollte wer das war - dreht Ben praktisch durch und scheint endlich bereit zu sein ihr etwas über die Geschehnisse zu erzählen. Das Misstrauen, dass alle um sie herum ihrem verstorbenen geliebten entgegenbringen scheint sie schier zu zerreißen und immer öffter flüchtet sie sich in ihre Geigenmusik. Doch sie weigert sich auch nur ein schlechtes Wort über Liam zu glauben.
Doch dann wird sie hineingezogen in den Sog aus Legenden und dunkler Magie. Und wieder einmal weiß Ben mehr als er preisgibt. Nur: Warum sagt er ihr nicht einfach was hier gerade geschieht?

Fazit

Angezogen von der Aufmachung des Buches und natürlich dem - wie ich finde - etwas ungewöhnlichen Klapptext, habe ich mich also an dieses Buch begeben.
Im Prolog wird der Leser darauf hingewiesen, dass er eine solche Geschichte noch nie gelesen habe und sich auf etwas magisches und absolut mitreißend Anderes einstellen solle. Gesagt, getan.

Jasmyn ist gerade verwitwet und trauert sehr stark ihrem Liam hinterher, denn es ist für sie schier unmöglich zu verstehen, warum er hatte sterben müssen. Sie selbst wird einfach als völlig zerbrechlich dargestellt, sowohl durch ihr aussehen, als auch durch ihre herzzerreißende Trauer. Jasmyn ist ein Albino: Weißes Haar, weiße Haut, strahlend hellblaue Augen! Durch die herzzerreißende Trauer und ihre scheinbare Zerbrechlichkeit wird der Leser gepackt und von ihren Empfindungen mitgerissen. Unterstrichen mit der Tatsache, dass sie als Hauptprotagonistin in diesem Roman auch als Erzählendes-Ich auftritt kommen all diese Empfindungen gut beim Leser an.

Ben, der ebenfalls eine größere Rolle in diesem Roman einnimmt, ist eher der griesgrämige Typ. Er tritt Jasmyn lediglich feindseelig gegenüber und sollte er einmal einen netten Satz von sich geben oder eine nette Geste zeigen, so scheint er sich schnell wieder zu besinnen und zu seinem eigensinnigen, mürrischen Ich zurückzufinden.

Hauptsächlich spielt dieser Roman in Bayern, denn hier wird mit einer Legende von Neuschwanstein gearbeitet und eine magische Welt mit Schwänen, die des nachts zu menschen werden, wird erzählt. Auch Feen, schwarze Ritter und viele Gefährliche Orte und Personen kommen während der Geschichte nicht zu kurz. Wobei dieser Roman sehr düster gehalten ist:
Größtenteils fällt während des geschehens Schnee und es ist bitterkalt, dann tauchen schwarze Schwäne, schwarze Ritter und ein schwarzes Pferd auf. Immer wieder findet Jasmyn eine schwarze Rose. Gepaart mit der düsteren Stimmung, die Ben jedes Mal an den Tag legt und der starken Trauer von Jasmyn, wegen des Todes von Liam, ist hier kaum ein Lichtblick zu sehen. Einzig Jasmyn selbst hebt sich, durch ihren Albinismus, von all dem ab und es entsteht ein doch sehr krasser Kontrast von schwarz und weiß.

Die Geschichte an sich ist nicht schlecht gewählt, denn ich habe bisher kein ähnliches Buch zu Gesicht bekommen. Das Problem ist einfach, dass der Leser erst ab der Hälfte des Buches auf spannungendes trifft, denn vorher wird alles von Jasmyns - durchaus berechtigten - Trauer überschattet. Erst in der zweiten Hälfte des Buches geht es langsam voran, wobei auch hier erst einmal nur schleppend. Wie ich feststellen musste, sind viele Dinge sehr vorhersehbar geschrieben und auch das Ende war keine Überraschung, denn ein aufmerksamer Leser konnte sich denken worauf es hinausläuft. Lediglich das WIE des Endes war auch mir bis dahin unklar.

Ich persönlich hatte so meine schwierigkeiten mit dem Schreibstil der Autorin. So klingen beispielsweise die Dialoge - zumindest noch am Anfang - sehr abgehackt und gestellt, sodass es mir manchmal den Spaß am lesen nahm. Im Nachhinein kann ich sagen, dass mir das Buch gefallen hat, dennoch würde ich es nicht noch einmal lesen wollen, denn die schleppende Umsetzung wirkt schnell ermüdent. Trotzdem ist dies eines der wenigen Büchern mit einer innovativen Idee und wer sich sich daran wagt wird vielleicht sogar mehr gefallen daran finden als ich selbst.


3/5 Sternen.


Informationen zum Buch
  • Autor: Alex Bell
  • Gebundene Ausgabe: 400 Seiten
  • Verlag: Rowohlt Polaris
  • Preis: 14,95 €

Kommentare:

  1. Schöne Rezension :)
    Das Buch klingt sehr interessant, aber ich weiß nicht genau, ob es ein Buch für mich wäre, wenn anfangs keine Spannung aufkommt und die Hauptperson in ihrer Trauer versinkt...
    Muss ich wohl mal genau überlegen.

    Liebe Grüße^^

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  2. Hey,
    also die Rezi klingt ja super und das Buch auch echt interessant... Das muss dann wohl mal gleich auf meine Wunschliste :)

    Schönes WE und liebe Grüße,
    schickt die Lesefee

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  3. Oha, doch 3 Sterne, obwohl du so schwer durchkamst :o hätte mit weniger gerechnet.

    Ich will Band 3 von Buch der Schatten lesen ;((((
    Das Ende ist so doof!

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  4. Ich wünsche dir einen schönen ersten Advent meine Maus :)

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