2/20/2012

Julia für immer - Stacey Jay

Kurzbeschreibung

Was ist wirklich geschehen, damals in Verona, im Schicksalsjahr 1304? Romeo und Julia sind nicht im Namen der Liebe gestorben. Nein, Romeo hat Julia ermordet, um selbst Unsterblichkeit zu erlangen. Als Söldner der Apokalypse verhindert er seit 700 Jahren, dass Liebende zueinander finden. Doch auch Julia ist in Wahrheit unsterblich geworden und kämpft auf der Seite der Botschafter des Lichts für die wahre Liebe. Als erbitterte Feinde kämpfen sie in verschiedenen Körpern für ihre jeweilige Mission. Jahrhunderte später erwacht Julia im Körper des Mädchens Ariel. Auf der Suche nach deren Seelenverwandten trifft sie zu ihrem großen Entsetzen zum ersten Mal auf Romeo selbst. Dies könnte ihr letzter Kampf werden. Es sei denn, die Liebe holt die beiden wieder ein, wenn auch anders als jemals vorstellbar ...

Autor

Die amerikanische Autorin Stacey Jay hat unter verschiedenen Pseudonymen diverse Paranormal-Romance-, Urban-Fantasy- sowie Science-Fiction-Romane veröffentlicht. Sie lebt mit ihrer Familie in Maumelle/Arkansas.

(Quelle: Amazon.de)
"Jeder Muskel meines Körpers ist angespannt und in Bereitschaft. Was hat er mit dem Vierteldollar vor? Will er mit damit ein Auge ausschießen? Bei Romeo kann alles zur Waffe werden - Liebe, Vertrauen ... Münzen." (S. 115-116)
Fazit

Auf jeden Fall ist es eine interessante Erfahrung in die altbekannte Geschichte von Romeo und Julia einzusteigen und eine Alternative zu bekommen wie es wirklich gewesen sein kann. Nämlich gar nicht so voller Liebe und Hingabe ...

Der gelungen Anfang mit einem Rückblick in die Zeit, in der Romeo und Julia das perfekte Liebespaar waren gibt auch denjenigen Lesern, die mit der Geschichte nicht vertraut sind, einen Blick auf die innige Liebe, die das liebende Paar verband. Da mir die Geschichte durchaus bekannt ist, denn ich habe sie gelesen, fand ich diesen bittersüßen Einstieg einfach klasse. Vor allem, da das Verhalten der beiden in einem so krassen Gegenteil zu dem steht was danach folgt.

Die Idee, dass Romeo und Julia niemals gestorben sind ist auf den ersten Blick einfach klasse und regt den Gedanken der ewigen Liebe an, doch dann zerschmettert die Autorin diese Illusion auf interessante Weise und bietet dem Leser eine viel schwierigere Situation. Julia steht im Dienst der Botschafter und wird alle paar Jahre in einen Körper gesteckt um dafür zu sorgen, dass zwei Seelenverwandte zueinanderfinden. Das Problem bei der Sache ist einfach: Romeo. Denn auch er wird zur selben Zeit, an den selben Ort geschickt und auch er übernimmt einen Körper. Nur, dass dieser nicht wie bei Julia unversehrt ist und bleibt, sondern er bezieht einen toten Körper, den er durch die Magie der Söldner wieder herstellt um dann in deren Namen zu verhindern, dass besagte Seelenverwandte zueinanderfinden.
Es ist schon ein wenig Ironie im Spiel wenn man bedenkt, dass Romeo und Julia einmal eben solche Seelenverwandte waren. Doch Romeo verschrieb seine Seele dem Bösen.

Die ganze Sache ist wirklich interessant und spannend aufgebaut und ich muss gestehen, dass ich die ganze Zeit versucht habe mitzurätseln wer die Seelenverwandten sind und am ende auch, ob Julia es schafft sich von den Botschaftern zu lösen um erneut zu leben. Doch jedes Mal wenn ich dachte die Lösung zu wissen, taucht eine neue unbekannte Konstante auf und macht mein Mitdenken zunichte. Es ist also einfach unvorhersehbar was dort passiert und das macht es umso reizvoller.

Julia, hier im Körper von Ariel, ist die Protagonistin in diesem Buch - wie der Titel auch schon verrät - und macht bei diesem einem Auftrag einen wahnsinnig großen Schritt in ihrer Entwicklung. Sie lernt, was es heißt nicht nur andere zu lieben, sondern auch sich selbst zu lieben und zu verzeihen und das ist gar nicht so einfach wie es erst einmal klingt.
Romeo hingegen ist immer etwas undurchschaubar. Wohingegen er anfangs noch voller Hass, Wut und Mordlust ist, wird er nach und nach reuevoller und auch er versucht aus diesem Pakt mit den Söldnern zu entkommen. Er weiß, dass Liebe ein wichtiger Faktor dabei ist und will Julia dazu bringen ihm zu helfen. So weit zur theorie, in der Praxis eher unmöglich, denn auch Julia hat dabei ein Wort mitzureden und sie lässt sich nicht so einfach auf Romeos Ideen ein. Außerdem ist da noch Ben ...
Aber ich will euch ja jetzt hier nicht allzu viel verraten.

Der Schreibstil von Stacey Jay ist absolut flüssig und einfach zu lesen. Auch wenn Romeo immer wieder die ein oder andere Passage aus einer seiner Oden für Julia einwirft. Mehr gibt es da schon gar nicht zu sagen, denn ich hatte keinerlei Probleme beim lesen und bin auch mit einem Rutsch durch das Buch geflogen.

Das einzige was mir nicht gefallen hat ist das Ende - auf eine gewisse Art und Weise. Was weniger daran liegt, dass es nicht gut ist, sondern daran, dass ich es eher ganz anders erwartet habe. Ich persönlich hätte den Schritt in die Vergangenheit nicht getan - wer das Buch gelesen hat wird sicherlich wissen was ich meine - und deshalb hat es mir nicht gefallen. Es war zu ... einfach, vorhersehbar, endgültig. Bessere Worte fallen mir dazu nicht ein und keines trifft ganz was ich sagen will.

Alles in allem ein richtig gut gelungenes Buch, wenn man bedenkt auf welche Grundlage die Autorin sich bezieht und damit die Erwartungen der Leser bereits damit sehr hoch zu stecken scheint. So war es jedenfalls bei mir. Doch der Lesespaß ist auf jeden Fall garantiert und wer will nicht daran glauben, dass Romeo und Julia niemals gestorben sind. Aber Achtung: Die Liebe fällt oft anders als man denkt!
Dass es eine Fortsetzung geben wird, wird angedeutet, ob es letztendlich dazu kommen wird ist abzuwarten. Dennoch ist es auch kein Problem dieses Buch als Einzelband amzusehen.

Aufgrund ein paar weniger guten Kleinigkeiten gebe ich diesem Buch 4/5 Sternen.

Information zur Reihe
1. Julia für immer
2. ?

Informationen zum Buch
Autor: Stacey Jay
Taschenbuch: 344 Seiten
Verlag: Egmont Ink
Preis: 17,99 € 

Kommentare:

  1. wow das klingt richtig interessant muss ich auch mal lesen *O* tolle rezi^^
    bin jetzt auch leser bei dir ;) schau doch mal bei mir rein ;)
    LG Alisia

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  2. Das Buch scheint ja ein richtiges Highlight zu sein. Wird Zeit das ich es mir kaufe :-)

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  3. Das Buch klingt wirklich interessant, aber ich bin mir immer noch nicht sicher, ob es was für mich wäre...Ich hab auch schon so viel unterschiedliches dazu gelesen, dass ich mir echt nicht mehr sicher bin :D Obwohl ich nach deiner tollen Rezension schon Lust hätte, mir eine eigene Meinung zu bilden! Mal sehen...

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  4. Kann, was Enttäuschung beim Lesen des Endes anbelangt, nur bestätigen.
    Durch das Ende bleibt die Geschichte nicht haften.
    Die Autorin hätte sich einfach was Einfallsreicheres einfallen lassen sollen. Mich wundert immer, warum die Lektoren bei sowas nie was sagen... oder vlt die Probeleser, die das Manuskript vor Veröffentlichung zu lesen kriegen.
    Sowas muss einem doch auffallen. Auch wenn viele Autoren blind für ihre eigenen Fehler sind, die Leser und Lektoren sind es doch bekanntlich nicht.
    Schade um das Buch.

    Aber ich bin gespannt, ob sie's bei Romeo besser macht.
    Den Anfang von "Julia für immer" fand ich richtig gut. Kein Vorgeplänkel, was die Hauptperson 10 Jahre lang gemacht hat, sondern Eintauchen in die Handlung (beim Unfall). Die Autorin hat Potential, finde ich. Müsste nur mehr am dramaturgischen Aufbau arbeiten. (vor allem, was unglaubwürdige, zu einfach gestrickte Enden anbelangt)

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