2/03/2012

All Souls Trilogie 01. Die Seelen der Nacht - Deborah Harkness

Kurzbeschreibung

Eine Liebe, stärker als das Leben selbst ...

Diana Bishop ist Historikerin mit Leib und Seele. Dass in ihr zudem das Blut eines uralten Hexengeschlechts fließt, versucht sie im Alltag mit aller Kraft zu ignorieren. Doch als Diana in der altehrwürdigen Bodleian-Bibliothek in Oxford ein magisches Manuskript in die Hände fällt, kann sie ihre Herkunft nicht länger verleugnen: Hexen, Dämonen und Vampire heften sich an ihre Fersen, um ihr das geheime Wissen zu entlocken – wenn nötig mit Gewalt. Hilfe erfährt Diana ausgerechnet von Matthew Clairmont, Naturwissenschaftler, 1500 Jahre alter Vampir – und der Mann, der Diana bald schon mehr bedeuten wird als ihr eigenes Leben …

(Quelle: Amazon.de)

Informationen zur Autorin *klick*

Fazit


Was letztendlich wirklich in diesem Buch steckt verraten weder der Klapptext, noch die ersten paar Kapitel und genau das ist es was mir mit eine Begeisterung entlockt, die ich nur selten erfahre. Wer damit rechnet in diesem Buch eine altbekannte Hexen und Vampirgeschichte zu finden, der sollte es selber einmal lesen, denn es steckt so viel mehr darin!

Eine mächtige, sture Hexe trifft auf selbigen Vampir. Dennoch weiß Diana selber nicht was für Macht ihr zur Verfügung steht. Sie macht sehr deutlich, dass man nicht unterdrücken kann, was man ist, so sehr man es auch versucht, denn sie versucht wirklich alles wie ein normaler Mensch - eine normale Historikerin - zu leben und genau das scheint auch zu funktionieren. Meint sie jedenfalls.
Matthew ist da ganz ähnlich: Er ist ein Aushängeschild für Konzentration, Kontrolle und Ehrgeiz. Damit beweist der Vampir, dass er Diana gar nicht so unähnlich ist, denn auch sie zählt diese zu ihren ausgeprägten Charakterzügen. Nur in Geduld kann sich die Hexe schlecht üben, wohingegen Matthew sehr oft zeigt, dass er doch alle Zeit der Welt hat.
Der GeheimnisKRÄMER, weniger der GeheimnisVOLLE, Vampir wird dadurch gestützt, dass nur wenige Stellen aus Mathews Perspektive erzählt werden. Aber genau diese wenigen Stellen sind ausschlaggebend um ein Verständnis für diesen Charakter zu entwickeln, denn gerade zu Beginn wirkt eher wie ein düsterer Schurke denn ein Engel der Nacht.

Somit werden vor allem die unterschiedlichen Lebensspannen von Hexe und Vampir deutlich. Doch es ist egal wie lange jemand lebt, es kann dennoch Gemeinsamkeiten geben. Und genau das lernen Matthew und Diana mit einer Anziehungskraft, der keiner von beiden entkommen kann.
Auch zeigen sich gerne Gemeinsamkeiten in der Vergangenheit, so traurig sie auch sein mögen, wie zum Beispiel der Verlust eines oder beider Elternteile. So ist es ein einfaches für den jeweils anderen Verständnis zu zeigen und zu verstehen wie sehr ein solcher Verlust prägt.

Die Liebesgeschichte von Matthew und Diana ist wirklich wunderschön beschrieben. So wird beispielsweise nichts überstürzt: Ist es ein Kuss oder gar körperliche Annäherung, denn der Vampir gibt sich sehr "altmodisch" und beginnt damit um Diana zu werben wie man es schon damals tat. Die beiden fühlen sich zwar direkt zueinander hingezogen, dennoch dauert es, bis sie letztendlich zusammenkommen. Aber auch sexuelle Spannungen kommen immer wieder auf, dennoch kommt dieser Band komplett ohne den Akt aus, womit das süße Verlangen zwischen den beiden noch erhöht wird.
Oftmals erinnerte mich diese Liebesgeschichte entfernt an das Konzept von Romeo und Julia, denn im Grunde ist es eine verbotene Liebe. Denn eine Kongregation aus Dämonen, Hexen und Vampiren beschloss vor langer Zeit ein Gesetz, welches eine Verbindug unterschiedlicher Wesen miteinander verbot um die Aufmerksamkeit der Menschen nicht auf sich zu ziehen.

Der Schreibstil von Deborah Harkness zeichnet sich vor allem durch Detailreiche aus. Ich finde die Tatsache, dass alles bis in's kleinste Detail beschrieben und ausgearbeitet ist sehr angenehm. Ist es das Anwesen von Sept-Tours (Matthews zu hause), die Yoga-Stunden, Dianas Studie der Manuskripte oder auch Dianas entdeckung ihrer Kräfte im vollem Umfang. Die Autorin schafft von allem ein überaus klares Bild, sodass der Leser sogar weiß wie Matthew duftet oder gar wie sich eine Hexenflut anfühlt.

Auch die Antagonisten, welche zahlreich vorhanden sind, habe ich sehr in's Herz geschlossen. Sie sind alle sehr unterschiedlich: Sie haben eben einfach Charakter. Und auch, wenn sie nur Nebenrollen einnehmen, so sind beispielsweise Matthews Vampirische Mutter Ysabeu und deren Haushälterin ebenso lebendig dargestellt wie die Protagonisten. Jedoch stellen sie diese nicht einmal annähernd in den Hintergrund.

Alles was in diesem Buch geschieht geht über das normale Pensum eines durschnittlichen Roman hinaus. Ich hatte letztendlich das Gefühl mehr wie nur ein Buch gelesen zu haben, denn die Entwicklungen die sowohl Diana als auch Matthew machen, machen sie zu offensichtlich anderen Charakteren wie die, die sie noch zu Beginn des Buches waren.

Eine Hexe die ihre magischen Fähigkeiten verleugdnet, ein Vampir mit leidenschaftlich ausgeprägtem Beschützerinstinkt, ein magisches Manuskript und doch so viel mehr. Ein Leseerlebnis, das ich definitiv nicht missen möchte und eine Detailreiche, ohne langatmig zu werden, die sich so nicht allzu oft findet.

Ich gebe diesem wunderschönen Werk 5/5 Sternen und erwarte sehnsüchtig die Fortsetzung!


 
Vielen lieben Dank an den Blanvalet Verlag für dieses Rezensionsexemplar.

Informationen zur Reihe
1. Die Seelen der Nacht
2. Shadow of Night (Juni 2012)

Informationen zum Buch
Autor: Deborah Harkness
Broschiert: 800 Seiten
Verlag: Blanvalent Verlag
Preis: 19,99 €

Kommentare:

  1. Ja ich bin selbst leicht überrascht das ich so viel gelesen habe. Besonders wegen der beiden englischen Bücher. Es scheint so als hätten die mich nicht wirklich aufgehalten, das freut mich richtig. Mit "Across the Universe" war ich ja so schnell fertig wie mit keinem anderen englischen Buch davor.

    Oh ja, ich liebe das Buch auch. Unter den Vampir und Hexenbüchern gehört es wirklich zu den besten die ich jemals gelesen habe.

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  2. Oh, wie schön, dass dich das Buch auch so begeistern konnte. Für mich war es mein Lesehighlight 2011

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  3. Hey, tolle Rezi! Ich würde fast alles unterschreiben, nur fand ich eben, dass das Buch - für mich - eindeutige Längen hatte, die nicht hätten sein müssen.

    Und mal unter uns: Ein BISSCHEN S*x hätte die Handlung echt aufgepeppt ... Oder aufgepo*pt?^^ ;-) Ich meine, es muss ja nicht auf jeder Seite der Akt im Detail beschrieben sein, das nervt und wirkt schnell platt. Aber irgendwie hätte es für mich dazugehört.

    Hier der Link zu meiner "Seelen der Nacht"-Rezi, falls jemand noch eine Meinung lesen mag:
    http://bookaddicted.de/?p=327

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  4. Das Buch soll ja echt super sein, aber es ist sooo lang. Ich muss zugeben, dass mich das ein wenig abschreckt. Aber ich sollte es wohl wirklich mal lesen, die Rezensionen dazu sind ja wirklich durchweg gut! Eine super Rezi hast du geschrieben. :)

    Liebe Grüße
    Elle

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  5. Hallo,

    Wegen deiner Frage zu den Parallelen von den Büchern Twilight und "Göttlich verdammt":

    Zuerst mal wäre da das Setting. Beide Protagonisten beider Bücher, also Bella und Helen, haben beide ihre Mutter verloren. Was ja nunmehr nicht schlimm wäre. Durch ZUFALL zieht bei beiden Büchern eine Familie in ein Kaff, welche natürlich gut aussende Kerle beinhaltet. Der Unterschied: Während Bella und Edward sich ineinander verlieben, hassen sich die beiden anderen Protagonisten erstmal. Doch sobald dies Problem aus dem Weg geschafft ist, läuft es auf dasselbe hinaus. Beide Familien sind ziemlich reich und sowohl Bella als auch Helen wohnen eine Zeit lang bei ihnen und werden auch von ihnen beschützt. Die Gaben sind sogar ähnliche und man kann bei jedem Familienmitglied eine Parallele zum selbigen in dem anderen Roman ausmachen. Bei beiden Geschichten ist es eine Liebe, die zum Ende hin nicht sein darf, ein Kampf, welcher gegen die gleiche Art geführt wird sowie die Miteinbeziehung des geliebten verbliebenen Elternteils im Finale spielt bei beiden eine Rolle. Auch die Charakterzüge kann man nun vergleichen, aber ich denke da wirds dann zu pingelig. Deswegen kann man durchaus sagen, dass man hier ein zweites twilight wiederfinden kann, nur anstatt mit Vampiren mit Halbgöttern. Und die Story ist natürlich nicht 1:1 dieselbe. Doch, wie gesagt, die Paralleln sind groß. Mich hats allerdings nicht wirklich gestört!

    Liebe Grüße,
    Nazurka

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  6. Es liegt noch auf meinem SUB, ich muß es glaube ich wirklich bald lesen *hibbel*

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  7. Seit Tagen schleiche ich um dieses Buch rum.. aber irgendwie ist mein Geldbeutel noch zu leer um mir das zulegen zu können! Aber es juckt in den Fingern! ;)

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  8. Als ich es zum ersten mal las und ´dass ist bei mir extremst schnell musste ich es einfach noch und nochmal lesen es ist einfach wundervoll ....
    ich bin schon so gespannt auf die fortsetzung
    die hoffentlich bald ist!

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