Ich wollte euch eigentlich am Sonntag noch von meinem Sonntag erzählen, aber da ich bisher einfach noch nicht dazu gekommen bin muss der Mittwoch eben herhalten. :)
Vorweg: Ich war am Wochenende bei meiner Mama und da muss ich immer ewig Zug fahren. RE, umsteigen, RE, umsteigen, … Naja! Und da hat man halt ewig Zeit zu lesen, insofern man (ich) eben dazu Motivation aufbringen kann. Jedenfalls war besagte Motivation da und ich bin dann in mein ebook Luc – Fesseln der Vergangenheit von Stefanie Ross abgetaucht. Ich müsst euch das so vorstellen: Ich lese, lese, lese, lese, … und weil mich alle anderen immer extrem nerven habe ich meine Stöpsel im Ohr und die Musik in der Lautstärke, dass ich alles andere eben ausblenden kann und trotzdem noch in der Lage bin zu lesen – ihr müsst wissen, ich lasse mich gerne ablenken. Ab und zu schaue ich dann mal auf, etwas verwirrt wo ich denn nun bin (ach ja … im Zug) und immer in der Hoffnung noch nicht zu weit gefahren zu sein (was ein Kaff hier).
Am Sonntag habe ich es dann zweimal erlebt, dass ich aufsah und schräg gegenüber von meinem Platz saß je ein anderer Mensch mit einmal Die Tribute von Panem und einmal Saphirblau lesend auf dem Schoß bzw. in der Hand. Mein erster Gedanke war noch recht positiv (he, cool!) mein zweiter ging eher in eine etwas andere Richtung (Oh Gott! Knicke im Umschlag! Warum liest die mit Schutzumschlag?! AAAAH! Das würde ich nicht mal mehr gebraucht kaufen wollen! *schockiert*).
Also ich lese ja konsequent ohne Umschlag und so geht es absolut an meinem persönlichen Verständnis vorbei, dass andere es eben tun. Wie haltet ihr das? Oder: Bin ich verrückt, dass mich das bei FREMDEN Menschen aufregt? Ich wäre gerne hingegangen und hätte den Umschlag abgemacht. Ich bin ja freundlich. *grins*
Okay. Weiter im Tagesverlauf.
Schock überwunden. Zug verspätet. Bus verpasst.
Ich saß dann also eine Ewigkeit an der Bushaltestelle und habe auf den nächsten Bus gewartet … mein Handy war mittlerweile auch einfach ausgegangen (Akku leeeeeeööööör – dödödödöööö!) und somit hatte sich das auch mit meinem ebook auf meiner App. Somit DURFTE ich dann den jugendlichen zuhören die sich neben mich auf die Bank gesetzt hatten. Ich habe sie nie direkt angesehen, denn es gibt ja solche und solche. Solche, die nett und freundlich sind und solche, die nur von einem Blick aggressiv werden und dir eine reinhauen wollen. Überlebensmodus: ON. Aber mich von meinem Platz vertreiben lassen? Never ever, Freunde! Also habe ich ein bisschen zugehört, war aber auch gar nicht zu überhören:
Ich denke es waren etwa sechs Jungs im Alter von … kann ich gar nicht einschätzen. Metrosexuell und/oder Wannabe-mäßig cool führten sie ihr „Gespräch“. Wobei ich mich ja ernsthaft gefragt habe wie man angeben kann, dass man „6 Monate in Ossendorf, Mann!“ war (Ossendorf = JAV in Köln-Ossendorf). Naja, es gab Zeiten da war so etwas peinlich, nicht cool. Ich frage mich dann immer ob ich eine verzerrte Einstellung habe, aber Mann, der Typ war unter denen echt der Coolste „yeah, altaaa!“.
Ich muss sagen, dass ich dann doch einige Probleme damit hatte dem Gespräch zu folgen, das beweißt schon, dass ich erst nach 15 Minuten verstanden hatte, dass Metrosexueller Nr. 1 mit „arsnl“ von Füßball sprach und A-R-S-E-N-A-L meinte. Juchuuu!
Dass ich froh war, als der Bus endlich einfuhr könnt ihr euch bestimmt vorstellen und ich bin ja auch nicht unbedingt der sprachlich pingelige Mensch, ab DAS war echt anstrengend. Einfach nur zuzuhören ohne weghören zu können. Neben Hyänenartigen lach-grunz-heul Anfällen, die einfach gruselig waren - und schlicht ein lachen sein sollte - verfolgte mich diese Gruppe quasi in den Bus. Schade, ich hatte gehoffte ich hätte meine Ruhe, aber die kam dann leider erst als ich dann endlich wieder aussteigen durfte!




