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9/14/2011

Feuchtgebiete - Charlotte Roche

"Hygiene wird bei mir kleingeschrieben."

Kurzbeschreibung

Nach einer missglückten Intimrasur liegt die 18-jährige Helen auf der Inneren Abteilung von Maria Hilf. Dort widmet sie sich intensiv jenen Bereichen ihres Körpers, die gewöhnlich als unmädchenhaft gelten. FEUCHTGEBIETE erzählt die wunderbar wilde Geschichte einer ebenso genussüchtigen wie verletzlichen Heldin.

Autor

Körpergerüche, Intimrasuren, Hämorrhoiden - es sind nicht gerade die klassischen literarischen Themen, mit denen Charlotte Roche der Durchbruch als Autorin gelang. Aber sie traf einen Nerv, und der gigantische Erfolg ihres Debüts "Feuchtgebiete" dürfte selbst sie als Medienprofi überrascht haben. Wie es sich im Rampenlicht lebt, dazu konnte sie schon als TV-Moderatorin Erfahrungen sammeln. Für Viva, arte und das ZDF stand sie vor der Kamera, für ihre Arbeit wurde sie mit dem Bayerischen Fernsehpreis und dem Grimme-Preis geehrt. Geboren wurde die Autorin 1978 im englischen High Wycombe. Sie lebt in Köln, ist verheiratet und hat eine Tochter.
(Quelle: Informationen zum Autor auf www.Amazon.de)

Fazit

Wer dies gelesen hat, weiß, warum dieser Roman so umstritten ist. Ich persönlich habe diesen Roman fernab von Kritikern und liebhabern von Chrarlotte Roches Werk gelesen und bilde mir also meine ganz eigene Meinung.

Als ich den ersten Satz in diesem Buch las, musste ich doch tatsächlich lachen. Ich meine, wer beginnt schon einen Roman mit: "Solange ich denken kann, habe ich Hämorrhiden."?!
Und dies war nicht die einzige stelle, bei der ich schmunzeln musste.

In "Feuchtgebiete" erzählt die 18-Jährige Protagonistin Helen Dinge aus ihrem Leben, nach denen niemals jemand gefragt hätte. Unverblümt und in jeder Einzelheit, Form und Farbe gibt sie unglaubliche Geschichten zum Besten: Ihre erste Rausur, ihre seuellen Erfahrungen, erklärt den Ablauf ihrer Poloch-Dusche, uvm..
Der Leser bleibt von keiner kleinsten Kleinigkeit verschont.

Helen ist im Krankenhaus und führt gedankliche Selbstgespäche. Dies und die ein oder andere Konversation mit dem Krankenhauspersonal führen den Leser Bildhaft durch Erlebnisse, welche für eine 18-Jährige fast unglaublich erscheinen.
Dass sie dann auch noch versucht ihre Eltern wieder zusammen zu bringen, schlägt somit total aus der Reihe. Es klingt einfach wie der Wunsch eines Kleinkindes im Gegensatz zu all den anderen Dingen, die zur Sprache kommen. Das und die Tatsache, dass sie oftmals zu kindlichen Übertreibungen neigt, trotz allem eine recht Vulgäre Sprachweise an den Tag legt, lassen sie ein bisschen unauthentisch wirken.

Der Schreibstil der Autorin ist flüssig und das Buch lässt sich einfach lesen. Alles gar kein Problem, wäre da nicht der gelegentliche Ekel, der durch die ein oder andere Geschichte ausgelöst und um eine Lesepause schreit.
Einzig ihre Schwärmerei für den Pfleger Robin bringt etwas abwechslung von all dem "harten Tobak" hinein.

Wer dieses Buch bewusst liest, sollte nicht anfällig für Ekel sein, sondern auch recht locker mit manchen Themen umgehen können.
Auch etwas Humor ist hier zu finden, was die Stimmung beim Lesen auflockert. Alles in allem konnte ich das Buch zum Ende hin einfach nicht liegen lassen.

3,5/5 Sternen.


Information zum Buch

  • Autor: Charlotte Roche
  • Taschenbuch: 242 Seiten
  • Verlag: Ullstein
  • Preis: 8,95 €